Problemstellung: Bei Patienten, die sich zu medizinischen Vorsorgeuntersuchungen vorstellen, ist die
Angst vor einer Tumorerkrankung hoch, insbesondere vor solchen mit einer schlechten
Prognose. Das Adenokarzinom des Pankreas ist nach dem Kolonkarzinom die zweithäufigste
Todesursache bei den soliden gastrointestinalen Tumoren mit einer Inzidenz von ca.
9 per 100 000. Die Inzidenz von Herdbefunden des Pankreas in der abdominellen Sonografie
bei Vorsorge-Patienten wird retrospektiv erhoben. Patienten und Methode: Zwischen 4/2006 und 6/2014 erhielten 4993 Patienten eine abdominelle Sonografie zur
Vorsorge, 3956 von Ihnen parallel eine MRT-Untersuchung des Abdomens. Ergebnisse: In 33 Fällen (0,66%) konnten Pankreasherdbefunde erhoben werden (21 m/12w, Altersmittel
m 62 Jahre, w 57 Jahre). In 21 der Fälle handelte es sich um winzige zystische Befunde
(< 1 cm), die lediglich nachkontrolliert wurden. Die restlichen 12 Fälle gliederten
sich wie folgt: 1 Adenokarzinom des Pankreasschwanzes, 2 Metastasen (NCC, Nasopharynxkarzinom),
2 neuroendokrine Tumoren, 2 IPMN, 2 seröse Zystadenome, 1 Pseudoraumforderung bei
Pankreas divisum, 1 Nebenmilz im Pankreasschwanz). Schlussfolgerungen: Zufallsbefunde im Pankreas sind bei medizinischen Vorsorgeuntersuchungen sehr selten
(< 1%), meist handelt es sich um winzige Zysten. Das Adenokarzinom des Pankreas ist
dabei eine Rarität (1/4993 Patienten, 0,02%). Mit 0,2% finden sich aber Befunde mit
einem gewissen Entartungspotential (IPMN, neuroendokrine Tumoren), die aus präventiven
Gründen reseziert werden oder gutartige zystische Tumoren, die einer sonographischen
Kontrolle bedürfen. Die beiden metastatischen Befunde fanden sich bei Patienten, die
bereits jenseits des normalen Nachsorgeintervalls ihrer Tumorerkrankung waren, dabei
konnte die Metastase des NCC erfolgreich operiert werden und die Patientin ist seit
4 Jahren tumorfrei.