Inf Orthod Kieferorthop 2014; 46(03): 195-208
DOI: 10.1055/s-0034-1389979
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Genauigkeit bei der Diagnose von Wurzelangulationen: Panoramaröntgen vs. DVT

Accuracy of Root Angulation Diagnosis: Panoramic vs. CBCT X-RaysL. U. Huynh1, J. C. Huang1, I. L. Nielsen1, A. J. Miller1, E. Johnson1
  • 1Division of Orthodontics, Department of Orofacial Sciences, School of Dentistry, University of California at San Francisco, San Francisco, CA, USA
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Publication Date:
07 October 2014 (online)

Zusammenfassung

In der Praxis ist es eine der größten Herausforderungen, einen kieferorthopädischen Fall einmal mit Brackets zu bekleben und dann sämtliche Zahnwurzeln parallel zueinander auszurichten. Es ist beinahe immer erforderlich, nicht parallel zueinander stehende Zahnwurzeln zu erkennen und die Brackets neu zu positionieren. Stehen Zahnwurzeln zu eng beisammen, kann es zur Schädigung des interproximalen Knochens kommen. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde in einem ersten Schritt die Genauigkeit bei der Bestimmung der Angulation der Zähne mithilfe eines Typodont-Modells untersucht. Dazu wurde die Längsachse jedes Zahnes mit 2 radiopaken Markierungen gekennzeichnet. Anschließend wurden von diesem Modell eine Panoramaschichtaufnahme und ein digitales Volumentomogramm angefertigt und vermessen. Im Vergleich zur Panoramaschichtaufnahme bildete die digi­tale Volumentomografie die mesiodistale Angulation der Zähne genauer ab.

Im klinischen Teil der Studie wurden Panoramaschichtaufnahmen und digitale Volumentomogramme von 25 Patienten der Abteilung für Kieferorthopädie der University of California in San Francisco ausgewertet. Insgesamt 56 Bilder (50 Originale und 6 Duplikate) wurden randomisiert und individuell von 10 Kieferorthopäden untersucht. Die Frage dabei lautete: „Welche Zähne müssen neu ausgerichtet werden, damit die Zahnwurzeln parallel zueinander stehen?“. Mit den beiden bildgebenden Verfahren wurden unterschiedliche Zähne, unterschiedliche Zahnstellungen und unterschiedliche Richtungen für die Neuausrichtung ermittelt. Die größten Unterschiede ergaben sich für die oberen seitlichen Schneidezähne, die Eckzähne und die zweiten Prämolaren sowie die unteren ersten Prämolaren.

Die Panoramaschichtaufnahme bildete die oberen seitlichen Schneidezähne und die Eckzähne zu weit mesial geneigt ab und legte damit eine Kippung der Wurzeln nach distal nahe. Die oberen Prämolaren und die unteren zweiten Prämolaren wurden demgegenüber zu weit distal geneigt abgebildet. In der Praxis kann die Verwendung von Panoramaschichtaufnahmen also dazu führen, dass die falschen Zähne neu ausgerichtet und andere Zähne übersehen werden. Bei der Frage nach der diagnostischen Sicherheit bei den beiden bildgebenden Verfahren gab die Mehrheit der Bearbeiter an, sich bei ihren diagnostischen Entscheidungen mit der digitalen Volumentomografie sicherer zu fühlen.

Abstract

It is one of the main challenges to bracket an ­orthodontic case once and have all the roots end up parallel. Detection of non-parallel roots and subsequent re-angulation of some brackets is ­almost always necessary. If roots are left too close, later interproximal bone health can be at risk. First, this study measured the accuracy of measuring tooth root angulation of teeth in a typodont. Each typodont tooth had 2 radio opaque markers indicating the long axis of each tooth. Both panoramic and CBCT imaging methods were used and their results measured. The CBCT method provided a more accurate representation of the mesiodistal tooth angulation compared to the panoramic radiographs.

The clinical part of the study used both the panoramic and CBCT images of the same 25 consecutive subjects from the Graduate Orthodontic Clinic at the University of California at San Francisco. A total of 56 images (50 originals and 6 duplicates) were randomized and evaluated individually by 10 orthodontic examiners. They were asked “Which teeth need to be repositioned to obtain parallel root relationships?” Use of the 2 different radiographic methods provided different teeth, their location and direction of indicated bracket repositioning. The teeth that produced the most disagreement were the maxillary lateral incisors, canines, second premolars and the mandibular first premolars.

The panoramic image tended to exaggerate mesial positioning of maxillary lateral incisors and canines and their subsequent need for distal root tipping, also it under-reported the maxillary premolars and mandibular 1st premolars to need for distal root tipping. Clinicians, using misleading panoramic radiographs, could be influenced to reposition the wrong teeth and miss others. When asked about their confidence using the 2 systems, the majority of the 10 examiners felt more confident in using the CBCT.