Gastroenterologie up2date 2014; 10(04): 235-245
DOI: 10.1055/s-0034-1391033
Ösophagus/Magen/Duodenum
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zöliakie – Eine Übersicht zur Leitlinie der DGVS

Michael Schumann
,
Sarah Kamel
,
Korinna Jöhrens
,
Severin Daum
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
11. Dezember 2014 (online)

Kernaussagen

Klinik und Diagnostik

  • Die Zöliakie manifestiert sich häufig oligo- bzw. sogar asymptomatisch.

  • Die Diagnostik orientiert sich an der Klinik, dem Nachweis von positiven Transglutaminase-Antikörpern vom IgA-Typ, einer Zottenatrophie bzw. Vermehrung von intraepithelialen Lymphozyten in der Duodenalbiopsie und einer raschen und eindeutigen klinischen Besserung unter einer strikten glutenfreien Ernährung.

  • Eine genetische Typisierung auf HLA-DQ2 bzw. HLA-DQ8 kann bei Einzelfällen wie unklaren Enteropathie-Syndromen zum Ausschluss einer Zöliakie nützlich sein.

  • Jährliche Kontrollen inklusive der Transglutaminase-Antikörper vom IgA-Typ zur Evaluation der glutenfreien Diät werden im Rahmen einer Zöliakieverlaufsuntersuchung empfohlen. Eine endoskopisch-histologische Kontrolle ist bei gutem klinischem Ansprechen auf die Diät und Abfall der Transglutaminase-IgA-Serologie nicht notwendig.

  • Die Nichtzöliakie-Weizensensitivität (NZWS) ist bisher nicht ausreichend untersucht. Eine glutenfreie Diät führt – trotz Fehlen jeglicher Biomarker – zu einer Besserung der klinischen Symptomatik.

Therapie und Komplikationen

  • Die strikte, lebenslange Vermeidung glutenhaltiger Nahrungsmittel ist die etablierte Therapie der Zöliakie.

  • Eine Diätberatung durch eine geschulte Ernährungsberaterin sollte zumindest initial erfolgen.

  • Komplikationen im Sinne einer refraktären Zöliakie oder einer ulzerativen Jejunitis mit der Möglichkeit der Entwicklung eines intestinalen T-Zell-Lymphoms sind sehr selten. Hier sollte die Vorstellung des Patienten in einem mit dieser Erkrankung erfahrenen Zentrum erwogen werden.