Pneumologie 2015; 69(05): 276-281
DOI: 10.1055/s-0034-1391960
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Aktuelle mikrobiologische Untersuchungsmethoden bei Mykobakterien

Current Microbiological Methods in the Investigation of Mycobacteria
E. Richter
Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien
,
S. Andres
Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien
,
D. Hillemann
Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien
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Publication History

eingereicht 09 March 2015

akzeptiert nach Revision 23 March 2015

Publication Date:
13 May 2015 (online)

Zusammenfassung

Der schnelle und sichere Nachweis einer Tuberkulose ist das primäre Ziel der mikrobiologischen Untersuchungen. Er dient nicht nur der frühen Diagnosestellung und damit einem frühzeitigen Start einer adäquaten Therapie, sondern auch der Unterbrechung der Transmission und damit auch der Verbreitung der Erkrankung. Voraussetzung für den erfolgreichen Nachweis von Mykobakterien ist die sorgfältige Auswahl des Untersuchungsguts und die adäquate Entnahme und Versendung. Neben den klassischen mikrobiologischen Verfahren, d. h. der Färbung auf säurefeste Stäbchen und den kulturellen Methoden, bekommen zunehmend molekularbiologische Nachweisverfahren (PCR; NAT) Bedeutung. Außer dem Nachweis von Tuberkulosebakterien können resistenzassoziierte Genmutationen bereits direkt im Untersuchungsmaterial analysiert werden und so schon einen frühen Hinweis auf resistente Stämme geben. Von jeder positiven Kultur muss eine Identifizierung zeigen, ob Tuberkulosebakterien oder nicht-tuberkulöse Mykobakterien nachgewiesen wurden. Eine alle Erstlinienmedikamente umfassende Empfindlichkeitsprüfung muss bei Tuberkulosebakterien von einem Erstisolat jedes Patienten durchgeführt werden und sollte wiederholt werden, wenn nach ca. 2 Monaten Therapie weiterhin Tuberkulosebakterien nachgewiesen werden. Die Testung von Zweitlinienmedikamenten muss bei Vorliegen von Resistenzen oder Unverträglichkeiten folgen.

Abstract

The rapid and reliable detection of tuberculosis is the main goal of microbiological analyses. This is not only of great value for an early diagnosis and early start of an adequate therapy, but also helps to stop transmission and spread of the disease. Prerequisites for successful detection of mycobacteria are careful selection of patient specimens, proper sampling and appropriate shipping. In addition to the classical microbiological methods such as staining for acid-fast bacteria and culture procedures, newer molecular methods are gaining greater importance (PCR; NAT). TB bacteria and resistance-associated mutations can be detected from the specimens directly, providing an early hint about resistant strains. In positive cultures, M. tuberculosis complex and nontuberculous mycobacteria must be discriminated from each other. Drug susceptibility testing (DST) of all first-line drugs has to be performed from one isolate of each patient and repeated if TB bacteria are still isolated after 2 months of therapy. DST of second-line drugs should follow in case of drug resistance or drug intolerance.