Pneumologie 2015; 69 - P400
DOI: 10.1055/s-0035-1544655

Langzeiterhaltungstherapie mit Pemetrexed bei pulmonalem Adenokarzinom

G Schmidtke-Schrezenmeier 1, S Ruediger 1, D Gagiannis 1, H Öfele 1, C Kropf-Sanchen 1
  • 1Uniklinik Ulm

In Studien konnte gezeigt werden, dass Pemetrexed in der Erstlinientherapie des pulmonalen Adenokarzinoms in Kombination mit einer platinhaltigen Therapie und anschließender Pemetrexed Erhaltungstherapie zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens im Mittel von 2,9 Monaten im Vergleich von platinhaltigen Doubletten ohne Erhaltungstherapien führt. Im Mittel erhalten die Patienten 6 Zyklen Erhaltungstherapie. Die Vorteile von Pemetrexed liegen in der guten Verträglichkeit und einer vergleichsweise niedrigen Toxizität. In der täglichen Praxis werden immer wieder Patienten mit lang anhaltenden Remissionen unter Erhaltungstherapie beobachtet. Bisher sind keine Prädiktoren für ein langanhaltendes Ansprechen bekannt. Ebenso gibt es keine Daten zur planmäßigen Terminierung der Erhaltungstherapie ohne das Vorliegen von Nebenwirkungen oder Tumorprogress, eine Frage, die bei hohen Therapiekosten relevant ist.

Bei einem75- jährigen, multimorbiden Patienten wurde 2011 eine Adenokarzinom UICC Stadium IV diagnostiziert (cT4 (Beteiligung beider Hauptbronchien), cN2, M1a. 11/2011 erfolgte eine Kryorekanalisation der beiden Hauptbronchien und eine palliative Chemotherapie mit 4 Zyklen Carboplatin/Pemetrexed mit partieller Remission im CT und kompletter endoluminaler Tumorregression. Es folgte die Fortführung der Therapie als Pemetrexed Erhaltungstherapie (500mg/m2, qw3) aktuell Zyklus 47 mit anhaltender partieller Remission im CT. Im Therapieverlauf kam es zur einer geringgradigen Verschlechterung der Nierenfunktion im Verlauf (GFR bei Therapiebeginn 56 aktuell 50). Bis zum Zyklus 43 konnte keine hämatologische Toxizität beobachtet werden. Ab Zyklus 44 wurde eine Dosisreduktion auf 75% durchgeführt. Weitere von uns betreute Patienten befinden sich ebenfalls bei stabiler Erkrankung in der Erhaltungstherapie > Zyklus 25 (n= 1) und > Zyklus 10 (n= 2).

Der Nutzen einer langfristigen Therapiefortführung bis zum Progress sollte in prospektiven kontrollierten Studien untersucht werden.