Pneumologie 2015; 69 - P139
DOI: 10.1055/s-0035-1544670

Verhalten des pCO2 während des 6-Minuten Gehtests bei Patienten mit schwerer COPD

A Stegemann 1, I Heinzelmann 1, R Glöckl 1, S Seeberg 1, T Damisch 1, M Plagmann 2, A Jerrentrup 2, K Kenn 1
  • 1Schön Klinik Berchtesgadener Land
  • 2Universitätsklinikum Gießen und Marburg

Hintergrund: In der aktuellen Literatur gibt es bislang nur wenig Informationen über die Entwicklung des CO2 im Blut während Belastung bei Patienten mit fortgeschrittener COPD. Ziel dieser Studie war es daher, das CO2-Verhalten während Belastung (6-Minuten Gehtest (6MWT)), in Ruhe und in der Nacht bei Patienten mit schwerer COPD zu untersuchen und zu vergleichen.

Methodik: 75 COPD Patienten (Alter: 63 ± 8y, FEV1: 33 ± 9% Soll) nahmen an dieser prospektiven Studie teil. Der CO2-Partialdruck wurde transkutan mittels Sentec® während des 6MWT und in der Nacht (21:00 – 6:00 Uhr) gemessen. Diese Messungen wurden nach einer Woche wiederholt. Zur Auswertung dienten die Mittelwerte beider Messungen. Als primärer Outcome-Parameter wurde der maximale pCO2 während des 6MWT verwendet.

Ergebnisse: Während des 6MWT stieg der pCO2-Wert im Mittel um 3,4 ± 3,7 mmHg auf 43,6 ± 6,5 mmHg an (p < 0,001). Das maximale pCO2 erreichte in der Nacht einen Wert von 44,7mmHg und in Ruhe 41,6mmHg. Damit war das pCO2 in der Nacht signifikant höher als in Ruhe (p < 0,001) und während des 6MWT (p < 0,05). Ein höheres pCO2 im 6MWT korrelierte dabei mit einer höheren wahrgenommenen Atemnot (r= 0,32, p < 0,05) und einem stärkeren Obstruktionsgrad (Korrelation mit der FEV1: r=-0,28, p < 0,05). Außerdem konnte eine positive Korrelation zwischen dem maximalen pCO2 in der Nacht und dem während des 6MWT gezeigt werden (r= 0,63, p < 0,0001). Bei 36% der Patienten stieg das pCO2-Level um mehr als 5mmHg an, so dass bei diesen am Ende des 6MWT ein pCO2 von 47,4mmHg erreicht wurde.

Diskussion: Unter submaximaler Belastung scheint auch bei Patienten mit schwerer COPD kein relevanter Anstieg des pCO2 im Blut stattzufinden. Der pCO2-Maximalwert während des Gehtests zeigte sogar signifikant geringere Werte als in der Nacht.