Pneumologie 2015; 69 - P424
DOI: 10.1055/s-0035-1544705

Bridge to endoskopischer Lungenvolumenreduktion (ELVR) bei akuter Exazerbation der COPD (AECOPD) mittels ECCO2-R und NIV

K Schumann-Stoiber 1, M Schmölz 2, L Wagner 3, C Schumann 4
  • 1Akutpneumologie und Intensivmedizin, Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin, Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH
  • 2Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin, Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH
  • 3Herz- und Gefäßzentrum, Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH
  • 4Klinik für Pneumologie, Thoraxonkologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH

Fallbericht: Ein 58-jähriger Patient mit bekannter COPD GOLD IV, Risikoklasse D und schwerem heterogenem Lungenemphysem, RV > 200% stellte sich zum Screening für eine ELVR vor. Seit einer ACVB-OP vor 6 Monaten dreimalige Exazerbationen und progredienter Gewichtsverlust. Zuvor stets stabiler Patient unter einer adäquaten inhalativen Therapie und LTOT. Bei Aufnahme wegen AECOPD somnolenter Patient mit initial gemessenem PaCO2 von 160 mmHg und pH 6,8. Unter NIV kommt es zur Senkung des PaCO2 bis auf 100 mmHg und einem Anstieg des pH bis auf 7,1. Bei NIV-Versagen besteht Entscheidungsnotwendigkeit bzgl. Intubation oder Einsatz eines extrakorporalen Lungenersatzverfahrens.

Noch am Aufnahmetag erfolgt bei NIV-Versagen zur Intubationsvermeidung die Anlage einer low-flow ECCO2-R über eine 24Fr-Doppellumenkanüle über die rechte Leiste. Darunter konnte bereits nach 6 h eine erste NIV-Pause bei jetzt wieder wachem Patienten erfolgen. Im weiteren Verlauf zunehmende Mobilisation bis hin zu Gehen auf Stationsebene unter laufender ECCO2-R und täglicher ATG und KG mit weiterhin intermittierender NIV. Nach 10 Tagen musste kurz vor erfolgtem Weaning die Kanüle vorzeitig bei thrombotischem Verschluss entfernt werden. Unter Fortsetzen der intermittierenden NIV war keine Neuanlage notwendig. Aufgrund der Grunderkrankung mit chronischer Hyperkapnie erfolgte die Einleitung einer nächtlichen Ventilationstherapie zur Entlastung der Atempumpe, diese konnte komplikationslos mit guter Compliance erfolgen. Wir entließen den Patienten nach 4-wöchiger Therapie direkt in eine pneumologische Rehabilitation mit dem Ziel des späteren Re-Screenings für eine ELVR.

Zusammenfassung: Bei schwerer AECOPD mit akuter hyperkapnischer Insuffizienz konnte der Patienten bei NIV-Versagen mittels low-flow ECCO2-R erfolgreich zur ELVR gebridged werden.