Pneumologie 2015; 69 - P448
DOI: 10.1055/s-0035-1544708

Luftgebundene ECMO-Transporte aus der Sicht des ECMO-Teams und eines Piloten

P Böhmer 1, R Kaiser 1, F Kaestner 1, L Coulee 1, F Trudzinski 1, M Tauchnitz 1, F Seiler 1, M Alqudrah 1, F Langer 2, H Wilkens 1, S Fähndrich 1, R Bals 1, PM Lepper 1
  • 1Klinik für Innere Medizin V, Universitätskliniken des Saarlandes
  • 2Klinik für Herz-/Gefäß- und Thoraxchirurgie, Universitätskliniken des Saarlandes

Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) ist ein etabliertes Verfahren in der Intensivmedizin. In manchen Fällen ist hierfür eine Verlegung in ein ARDS/ECMO-Zentrum erforderlich. Gelegentlich müssen Intensivpatienten so mit liegender ECMO zwischen Kliniken transportiert werden.

Wir berichten über den Beobachtungszeitraum 11/2013 bis 07/2014. Es erfolgten insgesamt 10 Transporte mittels Intensivtransporthubschrauber (ITH) durch unser Team. Die Kanülierung erfolgte teils durch uns, teils durch die Kollegen vor Ort. Alle Patienten wurden ohne Komplikationen transportiert. Fliegerisch und medizinisch ist eine exakte Planung einer solchen Verlegung notwendig. Zur Verfügung stehen Intensivtransporthubschrauber (ITH) und spezielle Flugzeuge (ITF). Die Wahl des Transportmittels hängt von der Distanz zwischen verlegender und Zielklinik, dem Wetter, dem Zustand des Patienten und den örtlichen Gegebenheiten ab. ITH starten/landen optimal direkt an den Kliniken und können bei im Flug auftretenden Notfällen direkt eine geeignete Klinik anfliegen. ITF sind in der Lage größere Distanzen in geringerer Abhängigkeit vom Wettergeschehen zu transportieren. In einem Fall überführten wir z.B. eine Patientin mit ARDS und liegender ECMO mit dem ITH Christoph Rhein-Main (Dauphin AS365 N2; 2x550 kW) von Hamburg nach Homburg/Saar. Hier war der Hubschrauber aufgrund limitierter Zuladung auf ein Auftanken angewiesen. Es erfolgte ein „Hot Fueling“ in Kassel (Auftanken wobei Turbinen laufen und Rotor dreht, Personen an Bord). Das Gefährdungspotential für Crew und Patienten ist relevant. Die Patientin konnte stabil transportiert werden und die Klink spontan atmend mit dem Ziel einer Rehabilitation verlassen.

Nach unserer Erfahrung sind Transporte nach sorgfältiger Planung und Vorbereitung über große Distanzen mit einem vertretbaren Risiko für den Patienten durchführbar. Die vorliegende Arbeit informiert darüber v.a. aus der Sicht eines Piloten (EASA PPL-A/H).