Pneumologie 2015; 69 - P236
DOI: 10.1055/s-0035-1544746

Neu aufgetretene pulmonale Verdichtungen bei einer Sarkoidose

D Theegarten 1, F Bonella 2, S Welter 3, T Hager 1, T Wessendorf 4
  • 1Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Essen
  • 2Interstitial and Rare Lung Disease Unit, Ruhrlandklinik, Universität Duisburg-Essen
  • 3Abteilung für Thoraxchirurgie, Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum
  • 4AG Interstitielle und Seltene Lungenkrankheiten, Ruhrlandklinik Essen

Hintergrund: Organisierende Pneumonien gehen mit Konsolidierungen in der Bildgebung einher, so dass bei lokalisiertem Auftreten differenzialdiagnostisch auch ein Tumorgeschehen in Betracht kommt. Dieses führt dann häufig zu einer chirurgischen Abklärung mit Keilexzision,

Fallbericht: Ein 62-jähriger Patient mit bekannter Sarkoidose (ED 2009) im Stadium III stellte sich mit zunehmender Luftnot, Schwäche, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust vor. Weiterhin bestand ein Ex-Raucherstatus mit 50 Packungsjahren. Zur Therapie der Sarkoidose wurde eine alleinige Kortison-Therapie durchgeführt, zuletzt mit 15 mg Prednison. Aktuell fanden sich im HRCT neue Herdläsionen im Mittellappen und Unterlappen rechts. Wegen dieser erfolgten zwei Keilexzisionen aus S10 rechts, da die endoskopische Abklärung keinen wegweisenden Befund erbracht hatte. Histologisch konnte eine herdförmige organisierende Pneumonie mit zusätzlichem Nachweis von Granulomen vom Sarkoidosetyp gefunden werden. In der Ziehl-Neelsen und Grocott-Färbung ergaben sich keine Hinweise auf eine Mykobakteriose oder Pilzinfektion. Neben dem Pneumonieherd fanden sich im übrigen Lungengewebe keine weiteren granulomatösen Manifestationen im Sinne einer Sarkoidose.

Schlussfolgerung: Eine organisierende Pneumonie bei Sarkoidose kann histologisch zu einem Mischbild mit überlappenden Mustern beider Krankheitsbilder führen. Dieses wurde bisher jedoch nur in wenigen Fällen beschrieben.