Pneumologie 2015; 69 - V374
DOI: 10.1055/s-0035-1544776

Erste Lungenfunktionsergebnisse der RIMTCOR-Studie (routinemäßiges Inspirationsmuskeltraining im Rahmen der COPD-Rehabilitation) – eine randomisierte real life Studie (RCT)

K Schultz 1, M Wittmann 1, D Jelusic 1, V Huber 1, B Krämer 1, S Fuchs 1, S Wingart 1, N Lehbert 1, D Stojanovic 1, M Schuler 2
  • 1Klinik Bad Reichenhall der DRV Bayern Süd
  • 2Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften, Universität Würzburg

Hintergrund: Bisher ist unklar, ob ein zusätzliches routinemäßiges Inspirationsmuskeltraining (IMT) die Ergebnisse eines umfassenden COPD-Rehabilitationsprogramms verbessern kann.

Methode: Prospektive, extern randomisierte, einfachblinde Interventionsstudie. Einschlusskriterien: COPD-Patienten der Schweregrade II – IV die von 2/2013 – 7/2014 regelrecht eine 3-wöchige stationäre pneumologische Rehabilitation (PR) durchliefen. Ausschlusskriterien: Mangelnde sprachliche oder kognitive Mitwirkungsfähigkeit, sehr schwere Begleiterkrankungen, die ihrerseits die Outcome-Parameter mehr beeinflussen als die COPD, z.B. Bronchialkarzinom, PCO2 ≥ 50 mm Hg in Ruhe oder Indikation zur intermittierenden NIV. Exazerbationen während der Reha oder andere Komorbiditäten waren kein Ausschlusskriterium (real life). Die Kontrollgruppe (KG) durchlief dasselbe intensive Reha-Programm wie die Interventionsgruppe (IG), absolvierte aber zusätzlich tgl. 21 Min. ein „Entspannungs-IMT“ (ohne Widerstand=Placebotraining) während die IG tgl. 21 Min. zusätzlich ein hochintensives IMT-Krafttraining absolvierte. Der Primäre Outcome-Parameter ist der Zuwachs an PI max. am Ende der PR (max. inspiratorische Atemmuskelkraft).

Patientengut: Über 500 konsekutive COPD-Patienten wurden eingeschlossen, jeweils > 250 in der IG und in der KG.

Ergebnisse: Eine erste Auswertung ergab für beide Gruppen nach der PR jeweils statistisch signifikante (p < 0,05) Verbesserungen u.a. bezüglich folgender Lungenfunktionsmesswerte: PI max., P0,1/PI max., VC (Vitalkapazität), FEV1 (exspir. Einsekundenkapazität) und FIV1 (inspir. Einsekundenkapazität). Signifikante Intergruppenunterschiede fanden sich für PI max. und FIV1 zugunsten der IG.

Diskussion: Ein Kraft-IMT als routinemäßiges Add-on im Rahmen einer umfassenden intensiven stationären PR führt zu einer signifikanten Verbesserung der maximalen Kraft der Inspirationsmuskulatur (PI max). Die weitere, gerade erst begonnene, Auswertung des umfangreichen Datenmaterials wird u.a. auf das unterschiedliche Ansprechen bei verschiedenen Subgruppen fokussieren, sowie den Effekt des IMT auf sekundäre Outcomes wie körperliche Leistungsfähigkeit (6-MWD) oder Lebensqualität.