Pneumologie 2015; 69 - P393
DOI: 10.1055/s-0035-1544820

Rolle von Serum KL-6 als Biomarker für die Entwicklung einer chronischen Dysfunktion des Lungentransplantates

V Besa 1, F Bonella 2, S Ohshimo 3, G Weinreich 1, U Costabel 1, M Kamler 4, H Teschler 1, U Sommerwerck 1
  • 1Ruhrlandklinik, Abteilung für Pneumologie, Westdeutsches Lungenzentrum, Universitätsklinikum Essen
  • 2Interstitial and Rare Lung Disease Unit, Ruhrlandklinik, University Hospital, Universität Duisburg-Essen
  • 3Advanced Emergency and Critical Care Center, Hiroshima University Hospital Department of Emergency and Critical Care Medicine
  • 4Abteilung für thorakale Transplantationschirurgie, Westdeutsches Herzzentrum, Universitätsklinikum Essen

Einleitung: Die chronische Dysfunktion des Lungentransplantates (CLAD-chronic lung allograft dysfunction) ist eine lebensbedrohliche Komplikation bei Zustand nach Lungentransplantation (LTx). Das Bronchiolitis Obliterans Syndrom (BOS) ist die obstruktive Form von CLAD und das Restriktive Allograft Syndrom (RAS) die restriktive Form. In einer früheren Arbeit konnten wir zeigen, dass KL-6, ein etablierter Serumbiomarker für Lungenfibrose, erhöhte Werte im Serum von Lungentransplantierten aufweist. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob eine mögliche Veränderung von Serum-KL-6 im Verlauf mit der Entwicklung von CLAD korreliert.

Methoden: Im Zeitraum 2007 – 2014 wurde KL-6 bei 53 LTx-Patienten mittels ELISA gemessen. Serum LDH diente als Vergleichsbiomarker. In die endgültige Analyse wurden 50 LTx-Patienten eingeschlossen. Die prozentuale Veränderung des Serum-KL-6 bezogen auf den Ausgangswert wurde bestimmt. ROC-Kurve und Kaplan-Meier-Analyse wurden durchgeführt, um die prädiktive Rolle von KL-6 für die Entwicklung einer CLAD zu evaluieren.

Ergebnisse: Nach 7 Jahren überlebten 27 Patienten (54%). 28 Patienten (56%) entwickelten eine CLAD (davon 13 Patienten (46%) überlebten). KL-6 konnte bei 22 (9 mit CLAD und 13 ohne CLAD) im Verlauf gemessen werden. Der durchschnittliche Anstieg von KL-6 betrug 37% bei Patienten, die eine CLAD entwickelten (-2% bei Patienten ohne CLAD, p = 0,018). Bei Serum LDH wurde kein signifikanter Unterschied im Verlauf gefunden. Anhand der ROC-Kurve wurde ein prozentualer Anstieg von 22% als bester Schwellenwert für die Entwicklung einer CLAD (89% Sensitivität und 77% Spezifität) ermittelt. In einer Kaplan-Meier-Analyse kristallisierte sich diese Veränderung als ein guter prädiktiver Faktor für die Entwicklung einer CLAD (Log-Rank p = 0,044) heraus.

Schlussfolgerung: Patienten mit CLAD zeigen im Vergleich zu Patienten ohne CLAD im Verlauf einen Anstieg der KL-6 Werte. Serum-KL-6 scheint ein vielversprechender prädiktiver Biomarker für die Entwicklung einer CLAD zu sein.