Pneumologie 2015; 69 - P517
DOI: 10.1055/s-0035-1544893

Case report: Coxsackie B6-induzierte bilaterale Zwerchfellparese

J Callegari 1, W Windisch 1, JH Storre 1
  • 1Abt. Pneumologie, Lungenklinik, Kliniken der Stadt Köln gGmbH

Eine 29-jährige Patientin stellt sich mit seit Wochen zunehmender Belastungsdyspnoe und zuletzt rezidivierenden Atemwegsinfekten vor. In der Lungenfunktion zeigt sich eine schwere restriktive Ventilationsstörung (IVC 42% vom Soll). Die Spiroergometrie bestätigt eine ventilatorische Limitation. In der Atemmuskelfunktionsdiagnostik offenbart sich eine reduzierte Atemuskelkraft (PImax 3,0 kPa), ein pathologischer Sniff-Test (beidseits < 1,0 kPa) sowie eine bilaterale hochgradig eingeschränkte Zwerchfellexkursion in der Thoraxdurchleuchtung. Zudem ergeben sich in der nächtlichen transkutanen Blutgasanalyse Hinweise auf eine nächtliche Hypoventilation. Im Rahmen der Elektromyographie erhärtet sich der Verdacht auf eine generalisirte Myopathie, die sich laborchemisch sowie in der weiterführenden neurologischen Diagnostik nicht bestätigt. Vielmehr erfolgt der Nachweis einee erhöhten Coxsackie B6 IgM-Titers, woraufhin die Diagnose einer virus-induzierten Immunoneuropathie mit überwiegender Beteiligung des Nervus phrenicus gestellt wird. Unter hochdosierter Immunglobulingabe über drei Tage und anschließender Physiotherapie mit gezieltem Atemmuskeltraining zeigt sich im Verlauf eine deutliche klinische Besserung mit einem Anstieg des IVC auf 58% vom Soll neun Monate nach Diagnosestellung.