Inf Orthod Kieferorthop 2015; 47(01): 51-54
DOI: 10.1055/s-0035-1545356
Pro und Contra
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Beschleunigung von Zahnbewegungen: Was gegen eine kortikotomieunterstützte Kieferorthopädie spricht [*]

Accelerating Tooth Movement: The Case against Corticotomy-induced OrthodonticsD. P. Mathews1, V. G. Kokich2
  • 1Department of Periodontology, University of Washington, Seattle, USA
  • 2Department of Orthodontics, University of Washington, Seattle, USA
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Publication Date:
18 May 2015 (online)

Wir freuen uns, an dieser Debatte pro und contra der kortikotomieunterstützten Kieferorthopädie, die auch als beschleunigte osteoneogenetische oder als parodontal beschleunigte osteoneogenetische Kieferorthopädie bekannt ist, teilnehmen zu können. Die Dres. Wilcko und Wilcko haben ihre Überzeugungen in ihrem Beitrag für eine kortikotomieunterstützte Kieferorthopädie ausgeführt. Uns kommt nun die Aufgabe zu, den gegenteiligen Standpunkt zu vertreten und zu begründen. Tatsächlich stimmen wir einigen Äußerungen der Dres. Wilcko und Wilcko zu, während wir in anderen Bereichen unterschiedlicher Ansicht sind. Außerdem sind einige Fragen zu diesem Verfahren bisher noch nicht angesprochen worden, die wir nun in unserem Beitrag vorstellen möchten.

Unser Ziel ist die klinische Frage der praktischen Kieferorthopädie: „Ist die kortikotomieunterstützte Kieferorthopädie ein wirksames, effizientes und effektives Verfahren zur Bewegung von Zähnen bei erwachsenen kieferorthopädischen Patienten?“ zu beantworten. Lassen Sie uns diese Begriffe zuerst definieren. Nach den allgemein gültigen Definitionen bedeutet Wirksamkeit, wie gut eine Behandlung in klinischen oder Laborstudien unter Idealbedingungen funktioniert; Effizienz, wie gut eine Behandlung in der täglichen praktischen Anwendung funktioniert; und Effektivität, das Ergebnis eines Verfahrens durch den Vergleich zwischen dem erreichten Nutzen und den Kosten in Hinblick auf Zeit, Geld und Fehlschlagrisiko abzuschätzen. Vor diesem Hintergrund werden wir in unserem Beitrag zu insgesamt 7 Fragen Stellung nehmen.

* Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht in: Am J Orthod Dentofacial Orthop 2013; 144: 4–13. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der American Association of Orthodontists.