Diabetologie und Stoffwechsel 2016; 11 - P237
DOI: 10.1055/s-0036-1580984

Diabetes-assoziiertes Biobanking zur Unterstützung biomedizinischer Forschungsprojekte

K Kynast 1, 2, F Lasitschka 1, P Nawroth 2, 3, E Herpel 1, 2, 4
  • 1Universitätsklinikum Heidelberg, Pathologisches Institut, Heidelberg, Germany
  • 2Universitätsklinikum Heidelberg, SFB 1118 – Reaktive Metabolite als Ursache diabetischer Folgeschäden, Heidelberg, Germany
  • 3Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie (Innere Medizin I), Heidelberg, Germany
  • 4Gewebebank des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT), Heidelberg, Germany

Fragestellung: Die steigende Prävalenz der metabolischen Volkskrankheit Diabetes und ihrer assoziierten Spätfolgen sowie die damit einhergehende ökonomische Belastung erfordern eine rasche klinische Translation biomedizinischer Forschungsergebnisse. Für diesen Zweck stellt die am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg ansässige, DFG geförderte SFB1118-Biomaterialbank (BMB) ihren Kooperationspartnern gut annotierte diabetische Probenkollektive zur Verfügung und offeriert ein umfangreiches histologisch-analytisches Dienstleistungsspektrum.

Methodik: Zur Untersuchung reaktiver Metabolite als Ursache diabetischer Folgeschäden (Nephropathie, Neuropathie und Makro/-Mikroangiopathie) verfolgt der SFB1118 eine „bench to bedside“-Zielsetzung, die allerdings maßgeblich von qualitativ hochwertigen humanen Biomaterialien und dem Zugang der damit assoziierten klinischen Daten abhängt. Da Diabetes jedoch klassischerweise nicht chirurgisch therapiert wird, sind diabetische Biomaterialien stets limitiert. Um diese Lücke zu schließen asserviert die BMB kontinuierlich FFPE- und Kryogewebe und annotiert diabetische Probenkollektive entsprechend aller patientenbezogenen ICD-kodierten Diagnosen. Neben der Anfertigung von Gewebeschnitten werden Spezialfärbungen (HE, PAS, Trichrome, Sudanschwarz, Toluidinblau) zur Beschreibung morphologischer und pathophysiologisch-bedingter Veränderungen durchgeführt, diverse IHC-Färbungen Diabetes-relevanter Zielstrukturen sowie neu-entwickelte Antikörper einerseits auf murinem und andererseits auf humanem Biomaterial unterschiedlicher Entitäten etabliert sowie PAN-Tissue-Microarrays verschiedener diabetischer Mausmodelle (z.B. STZ, db/db) angefertigt und gefärbt.

Ergebnis: Die einheitlichen Qualitätstandards (etablierte SOPs und IT-System, Datenschutz- und ethische Richtlinien, akkreditiertes Qualitätsmanagement, pathologisch-anatomische „exit-control“-Begutachtung von Gewebeproben) und die Nutzung der BMB-Technologieplattformen gewährleisten die Zusammenstellung und projektspezifische Bearbeitung humaner Gewebekollektive von gleichbleibend hoher Qualität.

Schlussfolgerung: Als zentrale Serviceeinrichtung des SFB1118 sichert die BMB die begrenzte Anzahl der wertvollen Diabetes-assoziierten Biomaterialien und gewährleistet deren ökonomische Verwertung. Hierdurch können umfassende Forschungsdaten erzielt werden, die zu einem besseren Verständnis der Funktion reaktiver Metabolite für diabetische Folgeschäden beitragen.