Pneumologie 2016; 70 - P11
DOI: 10.1055/s-0036-1583502

Hybrid-Eingriffe zur Behandlung von hoch-Risiko-Patienten mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH)

CB Wiedenroth 1, C Liebetrau 1, A Breithecker 2, M Haas 1, S Guth 1, G Krombach 3, E Mayer 1
  • 1Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim, Deutschland
  • 2GZW, Bad Nauheim, Deutschland
  • 3UKGM, Gießen, Deutschland

Einleitung:

Die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) ist eine selten diagnostizierte Spätfolge nach Lungenembolie, die bei gegebener Operabilität kurativ behandelt werden kann. Jedoch sind bis zu 1/3 der Patienten bei Diagnosestellung nicht operabel. Für diese wurde in den vergangenen 5 Jahren neben einer spezifischen medikamentösen Therapie ein interventionelles Verfahren, die pulmonale Ballonangioplastie (BPA), etabliert. Dabei werden die durch Narbenstränge okkludierten Pulmonalarterien aufgedehnt, wodurch sich die Flussverhältnisse verbessern.

Es finden sich vereinzelt Grenzfälle, die häufig einseitig einen operablen Befund aufweisen, mit jedoch auf der Gegenseite nur weit peripher gelegenen Veränderungen in den Lungenarterien. Bei deutlich eingeschränkter pulmonaler Hämodynamik stellt für diese Patienten die alleinige pulmonale Endarteriektomie (PEA) ein extremes Risiko dar. Zur größtmöglichen Senkung des pulmonalen Gefäßwiderstandes (PVR) wurde somit eine intraoperative BPA geplant.

Methoden:

Nach standardmäßiger PEA in hypothermem Kreislaufstilland (18 °C) wurde bei 3 Patienten die nicht-operable Seite mittels BPA behandelt. Dies erfolgte unter kardiopulmonalem Bypass während der Aufwärmphase.

Ergebnisse:

Alle Patienten überlebten den Eingriff und zeigten eine Verbesserung der pulmonalen Hämodynamik mit einer Senkung des PVR im Mittel um 842 dyn*s/cm5. Langzeitergebnisse sind derzeit noch ausstehend.

Diskussion:

Ein Hybrid-Verfahren zur Behandlung von hoch-Risiko-CTEPH-Patienten ist eine Option für gut ausgewählte Fälle. Eine Behandlung im interdisziplinären Team ist hierfür eine Grundvoraussetzung.