Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2016; 26 - A18
DOI: 10.1055/s-0036-1593913

Epidemiologie, Risikofaktoren, Prävention und Kategorisierung von Muskelverletzungen

J Herfert 1, Y Landkammer 1, R Sassmann 1, A Wicker 1
  • 1Univ. Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation an der PMU Salzburg

Muskelverletzungen gehören mit 10 – 55% zu den häufigsten Verletzungen im Leistungs- und Breitensport. Trotzdem gibt es kaum epidemiologische Daten aufgrund von unterschiedlichen Definitionen und Einteilungen von Muskelverletzungen, und aufgrund unterschiedlichster Methoden der Erfassung und Dokumentation.

Ähnlich komplex gestaltet sich das Erkennen von Risikofaktoren für Muskelverletzungen. Neben der Sportart, dem Equipment und dem Alter der/s Athleten/in sind einige intrinsische Faktoren als Risikofaktoren erkannt worden.

Mehr bekannt ist über die Lokalisation der Muskelverletzungen. 92% der Verletzungen betreffen die 4 Muskelgruppen der unteren Extremität: ischiocrurale Muskulatur (37%), Adduktoren (23%), M. quadrizeps femoris (19%), Wadenmuskulatur (13%).

Muskelverletzungen weisen eine hohe Rezidivrate auf. Die Rehabilitation nach einem Rezidiv ist deutlich länger. Daher sollen bereits im Vorfeld gezielte Maßnahmen das Risiko für eine Verletzung verringern. In den letzten Jahren ist die Prävention in den Fokus der Sportler, aber auch der Forscher gerückt und es sind eine Vielzahl von präventiven Trainingsprogrammen und Arbeiten entstanden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen eine deutliche Wirksamkeit.

Am Schluss wird noch ein kurzer Überblick über die Kategorisierung von Muskelverletzungen gegeben. Um der Komplexität der Verletzungen gerecht zu werden und Kategorisierungen mit höherer prognostischer Aussage zu erreichen, wurden in den letzten 10 Jahren neue Klassifikationen erarbeitet und publiziert.