Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598256
Freie Vorträge – Sektion Rehabilitation, Prävention und Tabakkontrolle
Highlights aus der Rehabilitation 2016 – Klaus Kenn/Schönau a.K., Konrad Schultz/Bad Reichenhall
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Effekte einer pneumologischen Rehabilitation bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose – eine randomisierte, kontrollierte Studie

I Jarosch
1  Schön Klinik Berchtesgadener Land
,
T Schneeberger
1  Schön Klinik Berchtesgadener Land
,
R Glöckl
2  Schön Klinik Berchtesgadener Land; Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München (Tum)
,
M Frankenberger
3  Helmholtz Zentrum München, Ludwig-Maximilians Universität und Asklepios Klinik Gauting
,
J Benstz
4  Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg
,
C Neurohr
5  Klinikum der Universität München, Medizinische Klinik und Poliklinik V, Schwerpunkt Pneumologie; Klinikum Großhadern der LMU
,
A Prasse
6  Klinik für Pneumologie, Medizinische Hochschule
,
M Kreuter
7  Pneumologie und Beatmungsmedizin, Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg; Translational Lung Research Center (Tlrc) Heidelberg, Member of the German Center for Lung Research (Dzl)
,
J Behr
8  Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Asklepios Fachkliniken München-Gauting; Med. Klinik V, LMU, München; Mitglied des Dzl
,
K Kenn
9  Schön Klinik Berchtesgadener Land; Philipps Universität Marburg
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Hintergrund:

Für Patienten mit anderen chronisch respiratorischen Erkrankungen als der COPD konnte eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Lebensqualität (QoL) und der Symptome durch pneumologischen Rehabilitation (PR) gezeigt werden. Ziel dieser Studie war es, neben den kurzfristigen Effekten auch die Nachhaltigkeit der PR bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF) zu untersuchen.

Methodik:

51 IPF Patienten wurden in eine Gruppe mit 3-wöchiger stationärer PR ([PRG] n = 34, FVC: 73 ± 17% Soll) oder in eine Gruppe mit „usual care“ und nach Studienende anschließender PR-Option randomisiert ([UCG] n = 17, FVC: 72 ± 21% Soll). Studiendaten wurden zu Beginn der Studie (T1), zu Beginn der PR in der PRG (T2), nach der PR bzw. nach 6 Wochen (T3) und nach einem Follow-up von 3 Monaten (T4) erhoben. Die 6-Minuten Gehstrecke (6MWD) wurde als primärer Outcomeparameter definiert.

Ergebnisse:

PR verbesserte die 6MWD (+50 ± 95 m, p < 0,05), den Chronic Respiratory Disease Questionnaire (CRQ)-Score (+2,3 ± 3,8 Pkte, p < 0,01), den HADS Depressions-Score (-1,1 ± 2,3 Pkte, p < 0,05) und den mentalen Summenscore des SF36 (+5,2 ± 7,3 Pkte, p < 0,001), jedoch nicht die körperliche Aktivität (+90 ± 3104 Schritte/Tag, p = n.s.). Im Follow-up blieb in der PRG ein Benefit von +17 m (6MWD) und +0,6 Pkte (CRQ) von T1 bis T4 erhalten. Keiner der gemessenen Outcome-Parameter unterschied sich signifikant zwischen T1 und T4 in der PRG, während sich die UCG im CRQ Gesamtscore (-2,1 ± 2,5 Pkte, p < 0,01) und HADS Depressions-Score (+1,9 ± 2,5 Pkte, p < 0,05) verschlechterte.

Fazit:

PR zeigt bei Patienten mit IPF eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, QoL und Depressionen. Die körperliche Aktivität blieb trotz PR offenbar unverändert. Obwohl die PRG einen Teil des in der PR erarbeiteten Benefits wieder verlor, konnte von T1 zu T4 keine Verschlechterung der Outcomeparameter beobachtet werden. Die UCG hingegen verschlechterte sich im gesamten Studienzeitraum bezüglich der QoL und Depressionssymptomen signifikant.