Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598259
Freie Vorträge – Sektion Rehabilitation, Prävention und Tabakkontrolle
Highlights aus der Rehabilitation 2016 – Klaus Kenn/Schönau a.K., Konrad Schultz/Bad Reichenhall
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Teilnahme von Patienten mit einer COPD an einer ambulanten pneumologischen Rehabilitation führt zu einer Steigerung der Inspirationskapazität im 6-Minutengehtest: eine kontrollierte Studie

M Spielmanns
1  St. Remigius Krankenhaus; Medizinische Klinik; Lehrstuhl Pneumologie, Universität Witten/Herdecke
,
T Böselt
2  Universität Marburg
,
C Nell
2  Universität Marburg
,
AR Koczulla
2  Universität Marburg
,
F Magnet
3  Klinikum Merheim
,
JH Storre
3  Klinikum Merheim
,
W Windisch
3  Klinikum Merheim
,
K Baum
4  Trainingsistitut Prof. Baum, Köln
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Ziel der Studie:

Die Reduktion der Inspirationskapazität (IC) durch eine dynamische Überblähung ist einer der Hauptgründe für eine Belastungslimitation bei COPD-Patienten. Mit dieser prospektiven, kontrollierten Studie wurde untersucht, inwiefern eine pneumologische Rehabilitation einen Effekt auf die IC im Rahmen einer körperlichen Belastung zeigt.

Patienten und Methoden:

Mittels einer spirometrischen Messung (Spiropalm) am Anfang und am Ende eines 6 Minutengehtests (6-MWT) wurde vor und nach einer dreiwöchigen ambulanten pneumologischen Rehabilitation die IC bei 15 COPD-Patienten (Rehagruppe = PR) bestimmt und mit einer Kontrollgruppe (CTG; n = 15), die keine PR erhielt, verglichen. Zu den gleichen Zeitpunkten wurden COPD-Assessment Tests (CAT), St. George Respiratory Questionere (SGRQ) und Lungenfunktionsprüfungen durchgeführt und analysiert.

Ergebnisse:

In den Baseline-Charakteristika zeigte sich zwischen Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnte in der PR eine signifikante Steigerung des Deltas der IC sowohl im Inter- als auch im Intragruppenvergleich (PR: 0,5 +0,2 L vs. CTG: -0,2 + 0,2 L, p = 0,001) festgestellt werden, genauso wie eine signifikante Zunahme der Gehstrecke im 6-MWT (PR: 99 +36 m vs. CTG: 5 + 25 m, p = 0,001). Das Delta der empfundenen Belastungsdyspnoe, gemessen mit der BORG-Skala, änderte sich weder im Intra- noch im Intergruppenvergleich signifikant. Während sich im Intragruppenvergleich in der PR der CAT (-1,8 + 5,7, p = 0,001) und der SGRQ-Summenscore (-3,3 +3,3, p = 0,001) signifikant verbesserten, verschlechterten sich beide Scores in der CTG signifikant (CAT: 0,6 + 4,6, p = 0,001; SGRQ: 3,1 +27, p = 0,001). Im Intergruppenvergleich zeigten sich keine signifikanten Unterschiede ebenso wie in den statischen Lungenfunktionsparametern. Hier veränderte sich nur das Residualvolumen signifikant in der CTG.

Schlussfolgerung:

Durch eine Teilnahme an einem pneumologischen Rehabilitationsprogramm kann bei COPD-Patienten eine signifikante und klinisch relevante Steigerung der IC erreicht werden. Weitere Studien sind erforderlich um die Auswirkungen der verbesserten IC auf die Belastbarkeit im Sport und im Alltag zu untersuchen.