Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598263
Freie Vorträge – Sektion Thoraxchirurgie
Schnittstellen Pneumologie – Thoraxchirurgie – Alessandro Marra/Bremen, Wolfgang Schulte/Bonn
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Chirurgische Therapie des nicht-tuberkulösen Destroyed Lung-Syndroms (DLS): Video-assistierte (VATS) vs. offene anatomische Lungenresektion

A Akil
1  Klinik für Thoraxchirurgie und Lungenunterstützung, Klinikum Ibbenbüren
,
J Reichelt
1  Klinik für Thoraxchirurgie und Lungenunterstützung, Klinikum Ibbenbüren
,
S Freermann
1  Klinik für Thoraxchirurgie und Lungenunterstützung, Klinikum Ibbenbüren
,
M Semik
1  Klinik für Thoraxchirurgie und Lungenunterstützung, Klinikum Ibbenbüren
,
S Fischer
1  Klinik für Thoraxchirurgie und Lungenunterstützung, Klinikum Ibbenbüren
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Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
23. Februar 2017 (online)

 

Hintergrund:

Die Effektivität und Sicherheit der chirurgischen Lungenresektion bei Patienten mit nicht-tuberkulösem DLS wurde bisher nicht detaliert beschrieben. U. a. wird die Indikation zur VATS-Lungenresektion aufgrund der technischen Schwierigkeiten zurückhaltend gestellt.

Methoden:

Von 03/2015 bis 03/2016 wurden 25 Patienten mit nicht-tuberkulösen DLS in diese Studie eingeschlossen. Die Daten wurden prospektiv dokumentiert und retrospektiv analysiert. Patienten mit Tbc-Nachweis wurden ausgeschlossen. Es erfolgte eine anatomische Lungenresektion zur Sanierung des chronischen Infektfokus.

Ergebnisse:

25 Patienten wurden identifiziert (n = 10 weiblich). Das mittlere Alter lag bei 59 Jahren (14 – 78J.). Zu Grunde liegende Erkrankungen umfassten zystische Fibrose n = 2, einschmelzendes Lungenkarzinom n = 8, Bronchiektasien n = 5 und einschmelzende Pneumonie n = 10. 7 Patienten wurde mittels VATS und n = 18 Patienten offen operiert. Die mittlere OP-Dauer betrug 89 +/- 10,8 min in der VATS-Gruppe und 156 +/- 15,1 min in der offenen OP-Gruppe (p = 0,01). Bezüglich der postoperativen Verweildauer (p = 0,004) und der Drainagentherapiedauer (p = 0,02) zeigte sich ein signifikanter Unterschied. 6 Patienten hatten einen Keimnachweis. Postoperative Komplikationen traten bei 2 Patienten in der offenen OP-Gruppe auf (Hämatom n = 1, prolongierte Luftleckage n = 1). 3 Patienten sind aufgrund des fortgeschrittenen Tumorleidens nach Entlassung verstorben. Bei keinem Patienten ist es zu erneuten pulmonalen Infekten gekommen.

Schlussfolgerung:

Unsere Ergebnisse zeigen die Effektivität der chirugischen Therapie bei Patienten mit nicht-tuberkulösen DLS bei niedriger perioperativer Mortalität und Morbidität nach Sanierung des Infektfokus. Die VATS-Lungenresektion stellt ein sicheres Therapieverfahren im Vergleich zur offenen Lungenresektion mit sehr guten Ergebnissen dar.