Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598276
Freie Vorträge – Sektion Pneumologische Onkologie
Lungenkarzinom – Bernd Schmidt/Berlin, Sylvia Gütz/Leipzig
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Extranodale Marginalzonen Lympome der Lunge: Beobachtungen an 9 Fällen

M Serke
1  Thorakale Onkologie, Lungenklinik Hemer
,
A Arias
2  Lungenklinik Hemer
,
H Atmaca-Dirik
3  Pneumologie, Lungenklinik Hemer
,
M Lehmann
3  Pneumologie, Lungenklinik Hemer
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Einleitung:

Marginalzonen-Lymphome (MZoL) gehören nach WHO-Klassifikation 2008 der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) zu den indolenten, selteneren, langsam wachsenden NHL. Extranodale Marginalzonen-Lymphom (eMZoL), finden sich im Gastrointestinaltrakt 50%, aber auch in der Lunge mit 14% und anderen Organen. Die Diagnostik der bronchialen oder pulmonalen seltenen Marginalzonen-Lymphomen der Lunge erfolgt in der Regel über den Pneumologen.

Material und Methode:

Es werden 9 Fälle aus der Lungenklinik Hemer mit extranodalem Marginalzonen Lymphome der Lunge (MALT) geschildert, diagnostiziert in der Lungenklinik Hemer 2014 – 2016.

Es handelt sich um 5 Männer und 4 Frauen, Erkrankungsalter: 42 – 81 Jahre, Median: 65 Jahre. Diagnostik: 3 x VATS, 1 x atyp. Keil-Resektion, 1 x LK-PE, 3 x Bronchoskopie, 1 x CT-gesteuerte Punktion.

Nach radiologischem Bild konnten 3 Befallstypen unterschieden werden: Lymphadenopathie, intrapulmonale Infiltrate oder kleine bipulmonale Herde oder Pleuraerguss. Komorbiditäten: 1 x Bronchiektasen, 1 x rheumatoide Arthritis.

Die Referenzpathologie zeigte meist eine niedrige Proliferationsrate (10%), 1 x betrug sie 70 – 80%. In einem Fall lag ein Kombinationslymphom vor: ein klassisches Hodgkin-Lymphom (lymphozytenreich) des re. Hilus mit extranodalem Marginalzonen-Lymphom des ML. Die meisten Pat. erhielten Rituximab/Bendamustin, keiner der Pat. ist bisher an dieser Erkrankung verstorben.

Zusammenfassung:

Extranodale Marginalzonen Lymphome können als Lymphadenopathie, pulmonale oder pleuraler Manifestationen oder gemischt auftreten. Die Diagnostik erfolgt histologisch mit Bestätigung über die Referenzpathologie, meist vom Pneumologen. Bei jährlich ca. 750 Lungenkrebs-Neudiagnosen liegt die errechnete Auftretenswahrscheinlichkeit bei der Diagnostik in einer Lungenklinik bei unter 1%.