Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598286
Freie Vorträge – Sektion Schlafmedizin
Auswirkungen von Lungen und Herzerkrankungen auf Schlaf- und Schlafbezogene Atmungsstörungen – Helgo Magnussen/Großhansdorf, Nikolaus Netzer/Bad Aibling
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ventilationsparameter unter Adaptiver Servoventilation – Vergleich von Patienten mit Cheyne-Stokes-Atmung, zentraler und komplexer Schlafapnoe

M Westhoff
1  Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Lungenklinik Hemer, Universität Witten-Herdecke
,
P Litterst
2  Lungenklinik Hemer
› Author Affiliations
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Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Einleitung:

Angesichts der SERVE-HF-Studien-Ergebnisse erscheint es von Interesse, die von ASV-Devices ermittelten Parameter bei verschiedenen Formen zentraler schlafbezogenener Atmungsstörungen zu vergleichen.

Material und Methoden:

Von 4/2004 – 12/2009 Erfassung der bei CSA-CSR, zentraler und komplexer Schlafapnoe vom ASV-Gerät (Auto-CS – Fa. Resmed®) in der 1. Therapienacht sowie in 7 Wochen gespeicherten Daten (AMV, AF, EEP, Pmax). Einschluss nur mit normalisiertem AHI.

Ergebnisse:

40 Patienten hatten ein erhöhtes BNP und unter CPAP eine zentrale Atemstörung (komplex n = 9; CSA-CSR n = 12; CSA-CSR+OSAS n = 19), 24 eine zentrale/komplexe Atemstörung mit normalem BNP. Die AF der Patienten mit normalem BNP war – bei vergleichbaren Drucken und AMV – mit 15,3 ± 1,5/min bei Therapiebeginn und 15,3 ± 1,3/min im Verlauf signifikant (p < 0,01) niedriger als bei erhöhtem BNP (17,2 ± 2,8/min bzw. 17,2 ± 2,5/min). Patienten mit CSA-CSR+OSAS und CSA-CSR wiesen vergleichbare Therapiedrücke, AF und AMV auf. Der BNP-unabhängige Vergleich anhand der Atemmuster (CSA-CSR ± OSAS vs. komplexe/zentrale SAS) zeigte ebenfalls einen signifikanten Unterschied in der AF (p 0,01), aber nicht in Therapiedrücken und AMV [Tab. 1]. Die Unterteilung nach EF (< 40% vs. normal) zeigte keine Gruppenunterschiede.

Tab. 1:

Vergleich CSA-CSR ± OSAS mit CSA/komplexer SAS unabhängig vom BNP-Spiegel – 1: 1. Therapienacht; 2: Kontrolle

AMV 1 [L]

AMV

2 [L]

EEP 1

[kPa]

EEP 2

[kPa]

Pmax 1 [kPa]

Pmax 2 [kPa]

Pmedian 1 [kPa]

Pmedian 2

[kPa]

AF 1

[min-1]

AF 2

[min-1]

CSA-CSR ± OSAS (n = 31)

6,5 ±

1,6

6,7 ±

1,2

5,6 ±

1,1

5,7 ±

1,1

9,9 ±

1,3

9,7 ±

1,3

7,5 ±

1,1

7,4 ±

1,2

17,7 ±

2,9*

17,6 ±

2,6#

CSA/

Komplex (n = 33)

6,5 ± 2,2

6,3 ±

1,3

5,5 ±

1,0

5,5 ±

1,0

9,5 ± 1,3

9,8 ±

1,4

7,0 ±

1,0

7,3 ±

1,2

15,4 ±

1,5*

15,5 ±

1,4#

*p < 0,001; # p < 0,001

Diskussion:

Da bei gleichem AMV die AF bei CSA-CSR ± OSAS unter ASV signifikant höher ist als bei komplexer bzw. zentraler Atemstörung, muss von einer unter ASV erhöhten Totraumventilation bei CSA-CSR ± OSAS ausgegangen werden. Das primäre Atemmuster und nicht die EF scheint die AF unter ASV zu beeinflussen. Ein Vergleich mit anderen Devicedaten könnte klären, ob die Unterschiede abhängig von Therapiealgorithmen sind.

Schlussfolgerung:

In der Diskussion um das Outcome von CSA-CSR-Patienten unter ASV-Therapie ist der erhöhten Totraumventilation Beachtung zu schenken.