Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598348
Posterbegehung – Sektion Endoskopie
Bronchoskopie 1 (Interventionelle Bronchoskopie) – Dieter Würflein/Nürnberg, Philipp M. Lepper/Homburg (Saar)
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sicherheit von verschiedenen Sedierungsregimes im Rahmen von flexiblen Bronchoskopien – retrospektiver Vergleich Midazolam/Fentanyl/Propofol vs. Midazolam/Fentanyl und Midazolam/Propofol

M Dreher
1  Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum Aachen
,
K Thuemmel
2  Medzinische Klinik I, Klinikum der RWTH Aachen
,
CG Cornelissen
2  Medzinische Klinik I, Klinikum der RWTH Aachen
,
T Müller
2  Medzinische Klinik I, Klinikum der RWTH Aachen
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Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Flexible Bronchoskopien werden sowohl zur Erhöhung des Patientenkomforts als auch zur Verbesserungen der Untersuchungsbedingungen üblicherweise unter Sedierung durchgeführt. Dies wird dementsprechend auch von aktuellen Leitlinien so empfohlen. Allerdings gibt es bislang noch keine explizite Empfehlung welche Medikamente zur Sedierung verwendet werden sollen. Verbreitet sind u.a. Midazolam, verschiedene Opiode oder Propofol. Vorarbeiten konnten zeigen, dass die Kombination der genannten Medikamente, z.B. Midazolam mit einem Opioid oder Propofol verschiedene Vorteile im Vergleich zur Sedierung mit nur einem Medikament hat, u.a. eine Verringerung der Propofoldosis. Wenig ist allerdings über die Kombination von Midzaolam, einem Opioid und Propofol bekannt.

In dieser retrospektiven Analyse wurden flexible Bronchoskopien (n = 1392) über einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren ausgewertet. Untersucht wurde dabei, ob unter 3-facher Sedierung mit Midazolam, Fentanyl und Propofol (MFP; n = 824) mehr Komplikationen als unter 2-facher Sedierung mit Midazolam und Fentanyl (MF; n = 272) oder Midazolam und Propofol (MP; n = 296) auftreten.

Hierbei unterschied sich das Auftreten von leichten oder schweren Komplikationen nicht zwischen 3-facher (MFP) und 2-facher Sedierung (MF, MP oder gepoolte MF/MP Gruppe). Auch nach Adjustierung bezüglich der durchgeführten Interventionen zeigte sich kein Unterschied bezüglich der Komplikationen. In der MFP-Gruppe wurde signifikant weniger Midazolam als unter 2-facher Sedierung (MF, MP oder MF/MP-Gruppe) benötigt. Außerdem fand sich eine deutliche Reduktion des Verbrauchs an Propofol in der MFP- im Vergleich zur MP-Gruppe.

Zusammenfassend zeigte die kombinierte Sedierung mit Midazolam, Fentanyl und Propofol ein günstiges Sicherheitsprofil im Vergleich zur 2-fachen Sedierung mit Midazolam und Fentanyl oder Propofol. Randomisierte Studien, die sowohl Patientenkomfort und -sicherheit als auch die Untersuchungsbedingungen unter 3-facher Sedierung untersuchen, wären daher von großem Interesse.