Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598352
Posterbegehung – Sektion Endoskopie
Bronchoskopie 1 (Interventionelle Bronchoskopie) – Dieter Würflein/Nürnberg, Philipp M. Lepper/Homburg (Saar)
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Abtragung eines Trachea-Tumors mit der Colon-Polypektomieschlinge

T Merk
1  Sektion Pneumologie, Klinikum Ludwigsburg
,
J Küllmer
1  Sektion Pneumologie, Klinikum Ludwigsburg
,
M Damm
1  Sektion Pneumologie, Klinikum Ludwigsburg
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Fallbericht:

Ein 48-jähriger Patient mit einem bekannten multipel metastasierten Nierenzellkarzinom wurde wegen Dyspnoe und stridorösen Atemgeräuschen in der urologischen Abteilung unserer Klinik vorstellig. Bereits vier Wochen zuvor war in einer CT des Thorax eine große mediastinale Lymphknotenmetastase mit Einbruch in die Trachea gesehen worden. Damals war der Patient respiratorisch nicht kompromittiert, und es wurde in der Hoffnung auf ein Ansprechen der onkologischen Therapie keine bronchoskopische Abklärung veranlasst.

Jetzt erfolgte bei V.a. Progression des endotrachealen Tumors eine Bronchoskopie, die eine ca. 50%ige Verlegung des distalen Trachea-Lumens durch einen polypösen Tumor zeigte. Da es sich um einen gestielten, polypös wachsenden Tumor handelte, trafen wir die Entscheidung, diesen mit einer monophilen Colonpolypektomieschlinge abzutragen. Die Abtragung gelang in toto, der ca. 10 × 15 mm große bohnenförmige Tumor wurde anschließend mit der Kryosonde angefroren und aus dem rechten Hauptbronchus geborgen. Am Tumorbett erfolgte eine kleine Nachresektion mit der Kyrosonde. Im Anschluss wurde eine leichte Blutung aus dem Tumorbett mittels Argon-Plasma-Koagulation behandelt. Das Trachea-Lumen war anschließend wieder komplett frei. Die Untersuchungsdauer betrug 20 Minuten. Respiratorische Beschwerden bestanden nach dem Eingriff keine mehr.

Schlussfolgerung:

Im seltenen Fall eines gestielten, polypös wachsenden Tumors in der Trachea war in unserem Fall eine Abtragung mit einer Elektroschlinge (analog zur Colonpolypektomie) problemlos machbar. Der Vorteil gegenüber gängigen Verfahren wie der Kryoextraktion und der Abtragung mit der starren Zange ist das atraumatische Vorgehen und die kurze Untersuchungsdauer.