Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598383
Posterbegehung – Sektion Endoskopie
Bronchoskopie 2 (Zytologie & ELVR) – Christian Grah/Berlin, Ralf Heine/Halle (Saale)
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fettspeichernde Makrophagen – ein qualitatives Diagnostikum bei Refluxpneumopathie

DC Heyse
1  Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft
,
P Haidl
1  Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft
,
A Tannapfel
2  Institut für Pathologie der Ruhr-Universität Bochum
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Einleitung:

Der chronisch persistierende Husten (CPH) ist häufig mit der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) assoziiert. Etablierte Diagnosetools der GERD sind eine entsprechende Anamnese, die Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) und die pH-Metrie. Der Fokus liegt auf dem Nachweis eines sauren Reflux. Inwieweit dieser aber über Mikroaspirationen zu refluxpneumopathischen Veränderungen der Lunge führt, ist wenig untersucht. Noch weniger Daten gibt es für den alkalischen Reflux. Refluxbedingte saure/alkalische Mikroaspirationen generieren eine Refluxpneumopathie mit dem Leitsymptom des chronisch persistierenden Hustens.

Methode:

Die bronchoalveoläre Lavage (BAL) liefert differentialzytologische Hinweise auf stattgehabte Mikroaspirationen durch den Nachweis von fettspeichernden Makrophagen. Dieses ist unabhängig vom pH-Wert des Aspirats. Die BAL erfolgt mit isotoner Kochsalzlösung aus dem Mittellappen. Es folgen Objektträgerausstriche und eine Sudanrotfärbung. Diese Färbung erhält intrazelluläre Fettvakuolen und färbt diese orange-rot. Mehr als 10% „sudan-positive“ Makrophagen und gleichzeitiges Vorliegen von Granulozyten stützen die Arbeitshypothese Refluxpneumopathie.

Diskussion:

Der Nachweis fettspeichernder Makrophagen ist eine qualitative Hilfe, einen gastroduodenalen Reflux mit Aspiration nachzuweisen. Es gibt bisher kein Quantifizierungssystem. Die Anzahl der sudanrot positiven Zellen ist heterogen und abhängig von der Gesamtzellzahl. Weitere Untersuchungen hinsichtlich Sensitivität und Spezifität der Methode müssen folgen.