Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598393
Posterbegehung – Sektion Endoskopie
Bronchoskopie 2 (Zytologie & ELVR) – Christian Grah/Berlin, Ralf Heine/Halle (Saale)
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kooperierende Emphysemzentren Berlin (KEB) zur Qualitätssicherung der Lungen-Volumenreduktion beim schweren Lungenemphysem

RH Hübner
1  Med. Klinik mit Schwerpunkt Pneumologie und Infektiologie, Charité Universitätsmedizin Berlin
,
C Grah
2  Medizinische Klinik, Schwerpunkt Kardiologie – Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Einführung:

Lungenvolumenreduktion (LVR) wird mit verschiedenen Konzepten verfolgt. Trotz der heute vorliegenden Evidenz ergeben sich weiterhin Fragen der Behandlungsmethoden sowie der Qualitätssicherung. Um ein Hersteller unabhängiges Qualitätssicherungsinstrument aufzubauen, wurde von zwei Zentren in Berlin ein gemeinsames Kooperationsnetzwerk (Kooperierende Emphysemzentren Berlin (KEB)) gegründet.

Methode:

Es wurden gemeinsame Merkmale der Strukturqualität, der Prozessqualität sowie der Ergebnisqualität erarbeitet und ein regionales Register zur Generierung von Versorgungsforschungsdaten nach dem Vorbild des ‚Berliner Herzinfarktregister‘ verabredet.

Ergebnisse:

Nach Einführung von KEB werden ab dem 20.06.2016 gemeinsame Qualitätsstrukturen umgesetzt. Beispielsweise wurde ein gemeinsamer Therapiealgorithmus abhängig von der Verteilung des Emphysems, Vorhandsein einer kollateralen Ventilation und Höhe des Residualvolumens entwickelt. Alle Patienten werden in einer prätherapeutischen Emphysem-Konferenz vor Festlegung des weiteren Vorgehens diskutiert. Alle KEB Zentren verpflichten sich, den Nichtraucherstatus zu überprüfen. Jeder Patient erhält als Baseline Untersuchung eine Computertomografie des Thorax (< 6 Monate alt), Ventilations-Perfusions Szintigrafie, CT gestützte Fissurdiagnostik oder eine Bronchoskopie mit Chartismessung, eine Charakterisierung der endobronchialen Besiedelung, Fragebögen, 6-Minutengehttest (6MGT) und eine Echokardiografie. Es werden klinische Nachkontrollen nach 3 und 6 Monate und dann jährlich mit Lungenfunktion, 6MGT und Fragebögen überprüft. Einmalig wird nach 3 Monaten ein CT Thorax gefordert. Alle Serious Adverse Events sollen im KEB erörtert und einem Register dokumentiert werden.

Schlussfolgerungen:

Nach Einführung von KEB schließen die Autoren aus der bislang gewonnenen Struktur Potential für Versorgungsqualität, Ergebnisse der Versorgungsforschung, sowie den weiteren Ausbau von KEB auf die regionalen und nationalen Behandlungszentren für LVR.