Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598411
Freie Vorträge – Sektion Arbeitsmedizin, Epidemiologie, Umwelt- und Sozialmedizin
Aspekte der Arbeitsmedizin: Leistungserfassung bis Gesundheitsrisiken – Dennis Nowak/München, Nicola Kotschy-Lang/Falkenstein
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Prädiktoren einer geringen Teilnahmekontinuität pneumologisch betreuter Asthma-Patienten am Disease Management Programm (DMP) Asthma bronchiale in Nordrhein

A Weber
1  Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland
,
S Groos
1  Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland
,
J Kretschmann
1  Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland
,
C Macare
1  Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland
,
B Hagen
1  Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Hintergrund und Fragestellung:

Eine Voraussetzung für die leitliniengerechte Behandlung von Asthma-Patienten im DMP ist die kontinuierliche Teilnahme am strukturierten Behandlungsprogramm in Form eines regelmäßigen Arzt-Patienten-Kontakts.

Eine kleine Teilgruppe aller Asthma-Patienten besucht nur sehr unregelmäßig den Arzt. Es soll untersucht werden, ob sich diese Patientengruppe durch besondere Charakteristika auszeichnet.

Datengrundlage und Methoden:

Um eine höhere Vergleichbarkeit der Patienten zu generieren, werden nur im Jahr 2015 beobachtete erwachsene pneumologisch betreute Patienten mit einer Einschreibung vor dem Jahr 2013 (n = 10.827) in die Analyse einbezogen.

Es wird eine logistische Regressionsanalyse zur Prädiktion einer diskontinuierlichen DMP-Teilnahme (< 50%) durchgeführt. Hierbei werden Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Kontrollgrad der Erkrankung, Komorbidität, Begleiterkrankung und die asthmaspezifische Medikation berücksichtigt.

Ergebnisse:

5,7% (n = 511) der beobachteten Patienten nehmen weniger als 50% der geplanten Arztbesuche in Anspruch.

Im Vergleich zu der Gruppe jüngerer Erwachsener zwischen 18 und 40 Jahren nehmen die Patienten zwischen 41 und 59 (OR 0,59; CI 95% 0,47 – 0,73) sowie die Patienten, welche 60 Jahre und älter sind (OR 0,43; CI 95% 0,33 – 0,56), mit einer geringeren Chance diskontinuierlich am DMP teil. Dasselbe gilt für Nichtraucher (OR 0,67; CI 95%; 0,52 – 0,86) sowie Patienten mit einer Verordnung von Beta-2-Sympathomimetika (SABA) (OR 0,53; CI 95% 0,42 – 0,67). Die übrigen Verordnungen, Geschlecht, Begleiterkrankungen und die Symptomkontrolle sind hingegen von keiner statistischen Relevanz zur Vorhersage einer geringen Teilnahmekontinuität.

Schlussfolgerung:

Nur bei einem geringen Anteil der Asthma-Patienten im DMP zeigt sich eine geringe Adhärenz mit längeren Unterbrechungen des Arzt-Patienten-Kontakts. Es wird deutlich, dass insbesondere das Alter und der Raucherstatus bezüglich der Vorhersage einer diskontinuierlichen Teilnahme von Relevanz sind. Der Schweregrad der Erkrankung scheint die Teilnahmekonstanz pneumologisch betreuter Patienten hingegen nicht maßgeblich zu beeinflussen.