Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598430
Freie Vorträge – Sektion Intensiv- und Beatmungsmedizin
Atmungsversagen – von der NIV bis zur invasiven, außerklinischen Beatmung – Stefan Kluge/Hamburg, Michael Westhoff/Hemer
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Machbarkeitsstudie der optischen Kontrolle bei der perkutanen Dilatationstracheotomie mittels VivaSight™-SL-Tubes

S Hopf
1  Klinik für Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
J Grensemann
1  Klinik für Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
L Eichler
1  Klinik für Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
D Jarczak
1  Klinik für Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
M Simon
2  II. Medizinische Klinik, Sektion Pneumologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
S Kluge
1  Klinik für Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Einleitung:

Die perkutane Dilatationstracheotomie (PDT) ist eine bei langzeitbeatmeten Intensivpatienten häufige Intervention, zur Erleichterung des Weanings. Bei der Bronchoskopie nimmt das Atemminutenvolumen (AMV) häufig ab, daraus resultiert die Zunahme des Kohlenstoffdioxidpartialdruckes und die Gefahr einer Azidose. Die Verwendung eines VivaSightTM-SL-Tubus (VST, ETView Ltd., Misgav, Israel) mit integrierter Kamera ermöglicht eine kontinuierliche Darstellung der Trachea. Es wird untersucht, ob die optische Kontrolle bei der PDT mittels VST durchführbar ist.

Methodik:

Im Rahmen einer prospektiven Machbarkeitsstudie wurden zehn beatmete Intensivpatienten untersucht. Nach Umintubation erfolgte die PDT nach der Ciagla Blue Rhino®-Methode. Die Visualisierung der Leitstrukturen und die Beatmungsqualität vor und nach der Intervention wurden mittels einer nach Linstedt et al. [1] modifizierten Skala mit „sehr gut“ (1), „gut“ (2), „schwierig“ (3) oder „nicht möglich“ (4) bewertet.

Arterielle Blutgasanalysen wurden vor Beginn der PDT, vor Hautinzision und nach Insertion der Trachealkanüle (TK) analysiert, sowie AMV, Blutdruck, Pulsoxymetrie und Kapnometrie aufgezeichnet.

Ergebnisse:

Die Visualisierung der anatomischen Strukturen und Beobachtung der Punktion und Dilatation wurde in allen Fällen, bis auf einen, mit „1“ oder „2“ beurteilt. In zwei Fällen war die Sicht auf die Tracheahinterwand „schwierig“. Zur Vermeidung von Komplikationen erfolgte einmalig der Wechsel zum Bronchoskop. Die Beatmungsqualität vor und während der Tracheotomie war „sehr gut“. Respiratorischen Parameter, Blutgaswerte und Blutdruck veränderten sich zwischen Punktion und Insertion der TK nicht.

Zusammenfassung:

Der Einsatz des VST zur Visualisierung der anatomischen Strukturen während der PDT ist möglich. In einer weiterführenden prospektiven randomisierten Studie wird der VST mit der Bronchoskopie als Standardmethode verglichen.