Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598455
Posterbegehung – Sektion Pneumologische Onkologie
Lungenkarzinom II – Jens Kollmeier/Berlin, Andreas Gröschel/Aachen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Psychische Belastung von Lungenkarzinompatienten Stadium IV – erfasst mit dem Distress-Thermometer Konzept einer geriatrisch-onkologischen Betreuung

M Makowska
1  Klinik für Pneumologie, Evangelische Lungenklinik Berlin
,
C Grohé
1  Klinik für Pneumologie, Evangelische Lungenklinik Berlin
,
S Kurz
1  Klinik für Pneumologie, Evangelische Lungenklinik Berlin
,
A Tessemer
1  Klinik für Pneumologie, Evangelische Lungenklinik Berlin
,
G Tessemer
1  Klinik für Pneumologie, Evangelische Lungenklinik Berlin
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Hintergrund:

Patienten, bei denen ein Lungenkarzinom diagnostiziet wurden, stehen unter einer psychischen, körperlichen, emotionalen, familiären und spirituellen/religiösen Belastung. Damit Patienten mit behandlungsbedürftiger emotionaler Belastung schnell identifiziert werden und eine eingehende psychoonkologische Betreuung erhalten, befragten wir diese Patienten mithilfe eines Distress-Thermometers (s. National Comprehensive Cancer Network (NCCN), deutsche Version 2006). Das Distress-Thermometer ist ein einfaches Instrument zur Erfassung der Belastung von Lungenkrebspatienten. Es liegen relativ wenig prospektive Untersuchungen hinsichtlich der psychischen Belastung bei Lungenkrebspatienten vor.

Patientenkollektiv:

138 Lungenkarzinompatienten der Evangelischen Lungenklinik Berlin.

Methodik:

Erreichte ein Patient mehr als 5 Punkte im der visuellen Analogskala des Distress-Thermometers, erfolgte die sofortige Vorstellung bei unserem Psychoonkologen.

Ergebnisse:

Die Auswertung aller Fragebögen erfolgte nach Alter und Geschlecht. Erfasst wurden die Werte der visuellen Analogskala sowie die Anzahl angegebener emotionaler, praktischer bzw. körperlicher Belastung. Statistisch zeigte sich kein relevanter Unterschied zwischen Alter und Geschlecht, was nicht mit der gefühlten Realität im Krankenhaus korreliert.

Tab. 1

Alter

< 5 Punkte

> 5 Punkte

> 70

63,8%

36,1%

< 70

61,5%

38,5%

Tab. 2

Geschlecht

< 5 Punkte

> 5 Punkte

Frauen

54,7%

45,2%

Männer

65,5%

34,4%

Der Distress-Thermometer-Fragebogen gilt als Werkzeug, um Patienten mit relevanter, behandlungsbedürftiger psychischer Belastung zu erfassen und hat sich in der Praxis als unkompliziertes Mittel für gezielte therapeutische und sozialmedizinische Ansätze erwiesen. Zukünftige Forschung sollte untersuchen, ob die Gesamtbelastung durch die Erkrankung abhängig von der Histologie des Lungenkrebses ist. Ergeben sich weitere Therapieoptionen durch Verwendung des Distress-Thermometer-Fragenbogens?