Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598493
Posterbegehung – Sektion Infektiologie und Tuberkulose
Posterbegehung pneumologische Infektiologie – Sebastian R. Ott/Bern, Jessica Rademacher/Hannover
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Multiple metastasensuspekte pulmonale Herde als Manifestation einer Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie

F Theodoropoulos
1  Abteilung für Interventionelle Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsklinikum Essen
,
J Winantea
1  Abteilung für Interventionelle Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsklinikum Essen
,
M Cuyas
1  Abteilung für Interventionelle Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsklinikum Essen
,
D Theegarten
2  Institute of Pathology, University Hospital, University Duisburg-Essen
,
F Özkan
1  Abteilung für Interventionelle Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsklinikum Essen
,
K Darwiche
1  Abteilung für Interventionelle Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsklinikum Essen
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Einleitung:

Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PjP) gehört zu den häufigsten opportunistischen Infektionen unter Immunsuppression. Klassischerweise zeichnet sich die Erkrankung CT-morphologisch durch bilaterale diffuse Milchglasinfiltrate aus. Wir stellen hier den Fall einer PjP vor, bei dem sie sich in Form multipler, teilweise einschmelzenderpulmonaler Herdepräsentierte.

Fallpräsentation:

Ein 56-jähriger Patient stellte sich mit Husten, Belastungsdyspnoe und subfebrilen Temperaturen vor. Bei dem Patienten wurde im Februar 2013 eine orthotope Herztransplantation durchgeführt. Anamnestisch ist ein MALT-Lymphom in Remission bekannt. Das CT-Thorax zeigte multiple, bis 4 cm große, zum Teil einschmelzende bipulmonale Herde ohne Milchglastrübungen, Lymphadenopathie oder Ergussbildung. Der Befund sprach in erster Linie für ein malignes Geschehen. Eine bronchoalveoläre Lavage sowie zweifache transthorakale Stanzbiopsien ergaben sowohl histopathologisch als auch mikrobiologisch keinen richtungsweisenden Befund. Zur endgültigen Diagnosesicherung erfolgte eine Thorakotomie mit Resektion eines Herdes im linken Unterlappen. Die übliche Aufarbeitung des Materials mittels Grocott-Färbung wies keine Pilze nach. Histologisch kam eine spindelzellige Läsion mit amorphen Arealen zur Darstellung. Die FISH-Analyse wies auf einen Befalls von Pneumocystis jirovecii hin, der schließlich in der PCR bestätigt wurde.

Zusammenfassung:

Bei immunsupprimierten Patienten muss differentialdiagnostisch auch bei multiplen pulmonalen Herden an eine PjP gedacht werden.