Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598539
Freie Vorträge – Sektion Kardiorespiratorische Interaktion
Komorbidität bei obstruktiven Atemwegserkrankungen und Lungenembolie – Mathias M. Borst/Bad Mergentheim, Tobias J. Lange/Regensburg
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Angst, Depressivität, Lebensqualität, Dyspnoe und Hyperventilation bei PAH und CTEPH – ein Vergleich

E Pfeuffer
1  Abteilung Innere Medizin Pneumologie, Klinikum Würzburg Mitte gGmbH
,
B Jany
1  Abteilung Innere Medizin Pneumologie, Klinikum Würzburg Mitte gGmbH
,
JH Krannich
1  Abteilung Innere Medizin Pneumologie, Klinikum Würzburg Mitte gGmbH
,
M Held
1  Abteilung Innere Medizin Pneumologie, Klinikum Würzburg Mitte gGmbH
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Hintergrund:

Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) und chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) sind lebensbedrohliche Erkrankungen mit hoher Symptomlast. Depression, Angst und eine Reduktion der Lebensqualität wurden in diesem Kontext beschrieben. Eine vergleichende Analyse von Lebensqualität, Depression und Angst bei PAH und CTEPH lag bislang nicht vor.

Methoden:

Retrospektive Analyse von Depression, Angst und gesundheitsbezogener Lebensqualität bei 70 Patienten mit PAH und 23 Patienten mit CTEPH mittels Hospital anxiety and depression scale (HADS) und SF-36-Fragebeogen.

Ergebnisse:

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität war bei PAH und CTEPH deutlich eingeschränkt, wobei die Einschränkung bei den CTEPH-Patienten in fast allen Subskalen ausgeprägter war. Ein signifikanter Unterschied fand sich für die Subskalen „mental health“ (p = 0,01) und „mental sum scale“, (p = 0,02). Depressivität fand sich bei 56% der CTEPH- und 30% der PAH-Patienten, p = 0,03. Depressivität und Angst korrelierten sowohl bei PAH als auch CTEPH gut mit den meisten SF-36 Skalen. Bei den CTEPH-Patienten korrelierte die Depressivität mit dem Borg-Dyspnoe-Index (R = 0,44, p = 0,01). Die CTEPH-Patienten zeigten als Ausdruck einer stärker ausgeprägten Hyperventilation signifikant niedrigere pCO2-Werte als die PAH-Patienten. Alle anderen klinischen, hämodynamischen und funktionellen Parameter unterschieden sich nicht zwischen den PH-Gruppen.

Folgerung:

Während eine Einschränkung der Lebensqualität, Depressivität und Angst sowohl bei PAH und CTEPH häufig ist, zeigten Patienten mit CTEPH höhere Raten an Depressivität und eine deutlicher eingeschränkte Lebensqualität als Patienten mit PAH. Die Assoziation mit Dyspnoe und Hyperventilation sollte weiter untersucht werden.