Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598545
Posterbegehung – Sektion Klinische Pneumologie
COPD II – Timm Greulich/Marburg, Barbara Wagener/Ballenstedt
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Optimierung einer bronchodilatatorischen Inhalationstherapie mit der Aerochamber Inhalationshilfe nach COPD-Exazerbation und schlechter Therapieadhärenz

F Wimmershoff
1  Kath. Klinikum Koblenz Betriebsstätte Marienhof
,
L Glöckner
1  Kath. Klinikum Koblenz Betriebsstätte Marienhof
,
W Neumeister
1  Kath. Klinikum Koblenz Betriebsstätte Marienhof
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
23.Februar 2017 (online)

 

Hintergrund:

Kurz- und langwirksame Bronchodilatatoren sind das pharmakologische Fundament der Dauer- und Bedarfstherapie bei COPD. Gebrechliche und betagte Patienten sind häufig nicht in der Lage trotz adäquater Schulung die Inhalationsmanöver korrekt durchzuführen. Dies gilt für alle gängigen Inhalationsgerätetypen (pMDI, Respimat, DPI) gleichermaßen und erfordert den Einsatz von Inhalationshilfen.

Fallbericht:

Ein 66-jähriger Patient (BMI 18,1 kg/m2, vorbekannte COPD IV Phänotyp D) wurde unter dem klinischen Bild einer exazerbierten COPD stationär aufgenommen. Vorgeschichte: 25 PY, 3 COPD-Exazerbationen in den vergangenen 10 Monaten; Vormedikation: Tiotropium 18 µg Handihaler® und Formoterol 12 µg Aerolizer. Der inspiratorische Flow reichte nicht aus, um die Pulverinhalatoren zu entleeren, deswegen Umstellung auf die Fixkombination Tiotropium/Olodaterol (Spiolto Respimat®). Trotz intensiver Schulungen war der Patient koordinativ nicht in der Lage, den Respimat sowie andere Devices korrekt anzuwenden. Daraufhin ergänzten wir Spiolto Respimat® bzw. die Bedarfsmedikation mit Salbutamol pMDI jeweils um eine vorgeschaltete AeroChamber®. Unter der nunmehr effektiven Bronchodilatation kam es zu einer deutlichen Verbesserung von Symptomatik und Lungenfunktion. Wir entließen den Patienten mit einer Dauertherapie aus Spiolto Respimat® und Salbutamol pMDI in Kombination mit der AeroChamber® Inhalationshilfe.

Zusammenfassung:

Wir schildern den Fall eines Patienten mit weit fortgeschrittener COPD, der trotz intensiver Schulung erhebliche Handhabungs- und Koordinationsprobleme mit den verfügbaren Inhalationssystemen hatte. Durch gezielte Umstellung der Inhalationstherapie in Kombination mit einer geeigneten Inhalationshilfe konnte ein auch aus Patientensicht guter Therapieerfolg erzielt werden. Patienten mit erheblichen Koordinationsproblemen (z.B. aus Pflegeeinrichtungen, Z.n. Tracheotomie) werden so mit dualen aerosolgestützten Bronchodilatatoren effektiv therapiebar.