Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598566
Posterbegehung – Sektion Klinische Pneumologie
Pneumologische Diagnostik – Carl-Peter Criée/Bovenden-Lenglern, Michael Pfeifer/Donaustauf und Regensburg
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Inhomogenität der regionalen Ventilationsverteilung während der forcierten Inspiration gemessen mittels elektrischer Impedanztomografie bei COPD-Patienten

L Lasarow
1  Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
,
B Vogt
1  Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
,
L Mendes
2  Faculty of Sciences and Technology, University of Coimbra
,
I Chouvarda
3  Laboratory of Medical Informatics, Aristotle University of Thessaloniki
,
E Perantoni
4  General Hospital of Thessaloniki 'g. Papanikolaou'
,
E Kaimakamis
4  General Hospital of Thessaloniki 'g. Papanikolaou'
,
N Weiler
1  Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
,
RP Paiva
2  Faculty of Sciences and Technology, University of Coimbra
,
N Maglaveras
3  Laboratory of Medical Informatics, Aristotle University of Thessaloniki
,
I Frerichs
1  Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
23. Februar 2017 (online)

 

Einführung:

Die elektrische Impedanztomografie (EIT) kann die Unterschiede in der regionalen Ventilationsverteilung zwischen lungengesunden Probanden und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen während der forcierten Exspiration aufdecken1,2. EIT-Daten über die regionale Lungenfunktion während der forcierten Inspiration bei Erwachsenen existieren jedoch bis heute nicht.

Probanden und Methoden:

Wir untersuchten 12 gesunde Erwachsene (38 ± 8 Jahre, mittleres Alter ± SD) und 12 COPD-Patienten (70 ± 6 Jahre) während stabiler Ruheatmung (TB) mit nachfolgender vom Residualvolumen ausgeführter forcierter Inspiration, gefolgt von forcierter Exspiration mit anschließender TB. Die Daten wurden mit dem EIT-Gerät Goe-MF II (CareFusion, Höchberg) mit 33 Bildern/s aufgezeichnet. Wir bestimmten folgende Parameter in 912 EIT-Bildpunkten: das regionale Tidalvolumen (VT) vor und nach der forcierten Inspiration (VT1, VT2), die regionale forcierte inspiratorische Vitalkapazität (FIVC) und das regionale forcierte inspiratorische Volumen nach 1 s (FIV1). Um die Ventilationsheterogenität zu beurteilen, berechneten wir für jeden EIT-Parameter den zugehörigen Variationskoeffizienten (CV).

Ergebnisse:

Der CV für regionales VT zeigte keine Unterschiede zwischen VT1 und VT2 in beiden Gruppen. Signifikante Unterschiede waren zwischen lungengesunden Erwachsenen und COPD-Patienten sowohl bei CV für regionales VT1 als auch für VT2 (p = 0,0113 und p = 0,0049) detektierbar. Der CV für regionale FIVC und FIV1 war bei den COPD-Patienten signifikant höher (p = 0,0117 und p = 0,0055).

Schlussfolgerung:

Weder bei gesunden Probanden noch bei COPD-Patienten wird die Ventilationsverteilung während der TB durch die forcierte Inspiration beeinflusst. EIT zeigt bei den COPD-Patienten sowohl während der TB als auch während der forcierten Inspiration eine höhere Inhomogenität der Ventilationsverteilung als bei gesunden Probanden auf.

[1] Vogt et al J Appl Physiol 113,2012,1154 – 61

[2] Frerichs et al Physiol Meas 37,2016,698 – 712