Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598576
Posterbegehung – Sektion Rehabilitation, Prävention und Tabakkontrolle
Tabakkontrolle, Psychologie und Rehaerfolg – Heike Buhr-Schinner/Schönberg, Ralf Schipmann/Bad Lippspringe
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rauchstopp als Ziel einer stationären pulmologischen Rehabilitation-Methodik und (lungenfunktionelle) Ergebnisse

S Hummel
1  Median Klinik Heiligendamm
,
E Hummel
1  Median Klinik Heiligendamm
,
U Wenzlaff
1  Median Klinik Heiligendamm
,
A Velikovska
1  Median Klinik Heiligendamm
,
M Beiersdorff
2  Median Unternehmenszentrale Berlin
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Von Dezember 2012 bis Juli 2016 führten wir mit 325 Pat. der pulmologischen Abteilung der Median Klinik Heiligendamm einen Intensivkurs „Raucherentwöhnung“ durch. Es handelte sich um Raucher im Stadium des „veränderungsbereiten Rauchers“ (Prochaska und De Clemente). Die Entwöhnung erfolgte in fünf je 45 minütigen Seminaren in Gruppen von 4 bis 12 Patienten nach dem Modell des Institutes für Raucherberatung und Tabakentwöhnung Bayern. In zwei Seminaren wird der Rauchstopp vorbereit, drei weitere Seminare stabilisieren den Zustand des erreichten Nikotinverzichtes. Mittelschweren und schweren Suchtformen (Fagerström > 3 Punkte) wird eine medikamentöse Komedikation mit Vareniclin (Champix) angeboten. Eine Erfolgsbeurteilung erfolgte unter Einbeziehung der Bestimmung CO-Gehaltes der Ausatemluft.

Von 325 Patienten haben 247 Patienten (76%) den Raucherentwöhnungskurs erfolgreich abgeschlossen. 195 Patienten wurden mit Champix behandelt. Die Erfolgsquote beträgt 82,05%. 130 Patienten wurden ohne Champix behandelt. Die Erfolgsquote beträgt 66,9%. Das heißt Champix erhöht die Erfolgsaussichten einer Raucherentwöhnung um 15%.

Eine Lungenfunktionsdiagnostik erfolgte mit einem Vitalographen (FEV1 und davon abgeleitet einer Berechnung des biologischen „Lungenalter“) vor und nach Rauchstopp. Im Mittelwert über alle erfolgreich abgeschlossenen Patienten verbessert sich der FEV1 innerhalb von 10 – 14 Tagen um 0,14 l/s (von 1,83 (SD 0,82) auf 1,98 (SD 0,85) l/s. Diese Patienten verringern ihr „Lungenalter“ um 5,1 Jahren (von 88,7 (SD 29,5) auf 83,6 (SD 29,9) Jahre. Bei allen Patienten, die auch nur eine Zigarette weiterrauchen (n = 78) verschlechtert sich der FEV1-Wert um 0,04 l/s von 1,9 (SD 0,86) auf 1,86 (SD 0,88) l/s.

Das Erreichen eines Rauchstopps ist für Patienten mit den Krankheitsbildern Bronchialcarcinom, Asthma oder COPD ein unverzichtbares Element einer erfolgreichen Rehabilitation.