Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604584
Symposien
S-22 Wasserpfeifenkonsum (Shisha-Rauchen) und E-Zigaretten im Jugendalter: Verbreitung, Gesundheitsgefahren und Präventionsansätze
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Shisha- und E-Zigarettengebrauch bei 14- bis 17-jährigen Jugendlichen: Ergebnisse aus der SCHULBUS-Studie

T Baumgärtner
1  Sucht.Hamburg gGmbH
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Publication Date:
08 August 2017 (online)

 

Einleitung:

Die Ergebnisse der aktuellen Prävalenzstudien in Deutschland deuten darauf hin, dass die Verbreitung des Zigarettenkonsums in der Bevölkerung spürbar rückläufig ist (vgl. Baumgärtner & Hiller 2016; Kraus et al. 2016; Ort 2016; Piontek et al. 2016). Allerdings verdichten sich auch die Hinweise darauf, dass insbesondere unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Gebrauch von Shishas und E-Zigaretten immer beliebter wird. Es stellt sich hier die Frage, ob und inwieweit das so genannte Dampfen alternativ zum Zigarettenrauchen oder als eine zusätzliche Form des inhalativen Konsums betrieben wird. Darüber hinaus ist es von Interesse zu erfahren, wie sich die betroffenen Jugendlichen hinsichtlich bestimmter soziodemografischer und weiterer Merkmale charakterisieren lassen.

Methodik:

Auf der Basis der seit 2004 in Hamburg und zuletzt in 2015 auch in anderen Regionen Deutschlands durchgeführten Schüler- und Lehrerbefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln (SCHULBUS) wurden verschiedene Analysen zu den Erfahrungen von 14- bis 17-Jährigen im Umgang mit Tabakprodukten, E-Zigaretten und (E-)Shishas durchgeführt.

Ergebnisse:

Es zeigt sich u.a., dass die E-Zigaretten von den Jugendlichen selten alternativ, sondern meist zusätzlich geraucht werden, insbesondere unter den männlichen Jugendlichen beliebt sind und von jenen 14- bis 17-Jährigen bevorzugt werden, die sich mit ihrer gesundheitlichen, schulischen und familiären Situation als weniger zufrieden erweisen.

Schlussfolgerung:

Der zweifellos erfreuliche Rückgang der Verbreitung des Tabakkonsums unter den Jugendlichen in Deutschland stellt keinen Grund dafür dar, bei den Bemühungen zur Vorbeugung des Rauchens nachzulassen. Vielmehr geht es darum, die erfolgreichen Präventionsansätze und gesetzlichen Regelungen in Bezug auf den Tabakkonsum zukünftig auch auf den Gebrauch von E-Zigaretten und E-Shishas auszudehnen, da ihr Gebrauch weder als ungefährlich noch als tatsächliche Ausstiegshilfe aus dem Tabakkonsum eingestuft werden kann.