Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604598
Symposien
S-25 Problematischer Alkoholkonsum im Kindes- und Jugendalter
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Technologiebasierte Kurzintervention für Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum – Studiendesign einer randomisiert-kontrollierten Studie zur Evaluation von wöchentlichen Boostern

S Diestelkamp
1  Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
R Thomasius
1  Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
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Publication Date:
08 August 2017 (online)

 

Einleitung:

Technologiebasierte alkoholbezogene Kurzinterventionen haben das Potential, eine große Zahl von Rezipienten mit einem individualisierbaren Angebot zu erreichen. Insbesondere für Jugendliche stellen technologiebasierte Interventionen eine Möglichkeit dar, die Zielgruppe altersgerecht anzusprechen und sie im Sinne einer „ecological momentary intervention“ in ihrem Lebenskontext zu erreichen. Vorgestellt wird das Studiendesign zur Evaluation der Wirksamkeit von individualisierten SMS-basierten Boostern, die im Anschluss an eine web-basierte Kurzintervention zur Reduktion riskanten Alkoholkonsums bei Jugendlichen eingesetzt werden.

Methodik:

In einer multizentrischen randomisiert-kontrollierten Studie wird die Wirksamkeit einer vollautomatisierten webbasierten Kurzintervention mit wöchentlichen individualisierten SMS-basierten Boostern über einen Zeitraum von 12 Wochen untersucht werden. Eingeschlossen werden Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren, die in einem schulbasierten Screening ein positives Ergebnis für riskanten Alkoholkonsum erhalten haben. Die individualisierten Booster beinhalten unter anderem die Abfrage von Trinkintentionen vor Zeitfenstern mit erhöhtem Risiko für riskanten Alkoholkonsum und nachfolgend die Abfrage der tatsächlichen Trinkmenge mit entsprechendem Feedback. Die Wirksamkeit der Intervention wird in einem 4-armigen Studiendesign mit den Kontrollgruppen (1) webbasierte Kurzintervention mit wöchentlicher Erhebung der Trinkmenge, (2) webbasierte Kurzintervention und (3) keine Intervention verglichen. Insgesamt sollen N = 1076 Kinder und Jugendliche (intention-to-treat) in die Studie eingeschlossen werden, die jeweils 3, 6 und 9 Monate nach Studieneinschluss nachbefragt werden.

Ergebnisse:

Als primärer Endpunkt wird die Wirksamkeit der Intervention auf die Reduktion eines AUDIT-C basierten Indexwertes analysiert, der sowohl Häufigkeit und Menge des Alkoholkonsums, als auch die Häufigkeit episodisch exzessiven Alkoholkonsums abbildet. Als sekundäre Endpunkte werden Nutzungsmuster der Booster, alkoholbezogene Probleme, Konsum weiterer Substanzen und die Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote ausgewertet.

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse dieser Studie können Erkenntnisse zur Steigerung der Effektivität von webbasierten Alkohol-Kurzinterventionen für Kinder und Jugendliche durch den Einsatz von wöchentlichen individualisierten Boostern liefern.