Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604613
Symposien
S-29 Alkoholstörungen: Forschung und Praxis
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Reha-Abklärung – eine schnelle und erfolgreiche Vermittlung in der Rehabilitation Alkoholabhängiger?

N Lange
1  Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz Fachklinik Eußerthal
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
08 August 2017 (online)

 

Einleitung:

Im Rahmen der Diskussion um einen verbreiterten Zugangsweg zur Rehabilitation von Abhängigkeitskranken wird hier im Rahmen des Konzeptes zur Reha-Abklärung dargestellt, wie Patienten nahtlos aus dem krankenkassenfinanzierten Bereich der Suchthilfe in Rehabilitationsmaßnahmen, die meist durch die Rentenversicherungen finanziert werden, wechseln können. Des Weiteren wird die Frage beantwortet, ob sie dies in Bezug auf den Behandlungsprozess und die Behandlungsqualität auch erfolgreich tun.

Methodik:

Anhand von Daten zur Basisdokumentation und zur Katamnese nach dem Deutschen Kerndatensatz und den DGSS-Kriterien wird die Stichprobe der Reha-Abklärer (N = 199) mit den Patienten (N = 3957) verglichen, die auf konventionellem Weg in der Fachklinik Eußerthal im Zeitraum von 2004 – 2014 behandelt wurden.

Ergebnisse:

Es zeigte sich eine hohe Übergangsquote von 83% der Reha-Abklärer in Reha-Maßnahmen. Die bessere soziale und berufliche Lebenssituation der Reha-Abklärungspatienten spricht für eine gelungene Frühintervention. 83% der Reha-Abklärer beenden die anschließende Reha-Maßnahme regulär bzw. wechseln in weiterführende Reha-Maßnahmen. Nach DGSS3 bleiben 57,9% der Reha-Abklärer in der 1-Jahreskatamnese nach Rehabilitationsende abstinent, 15,8% schaffen es nach einem kurzen Rückfall, d.h. ca. 73,7% vs. 79,9% der Patienten mit konventionellem Zugang zur Reha bleiben längerfristig abstinent.

Schlussfolgerung:

Es scheint, dass das Konzept der Reha-Abklärung im Rahmen einer Motivationsbehandlung im Vergleich zum bisherigen konventionelle Zugang zu Reha-Maßnahmen der Rentenversicherungen bei Abhängigkeitserkrankungen bezüglich der Qualität von Behandlungsprozessen und -ergebnissen fast ebenfalls so erfolgreich wirkt. Gleichzeitig gibt es sicherlich Limitationen bezüglich der Aussage, da die Stichprobe der Reha-Abklärer recht klein ausfällt.