Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604627
Symposien
S-33 Biofeedbackgestützte Behandlungsansätze bei Suchterkrankungen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Biofeedback als ergänzendes Behandlungsmodul in der Rehabilitation

U Joas
1  MEDIAN Kliniken Daun
,
P Missel
1  MEDIAN Kliniken Daun
,
S Dockendorf-Schäfer
1  MEDIAN Kliniken Daun
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
08 August 2017 (online)

 

Einleitung:

Biofeedback kann als Behandlungsmethode bei vielfältigen Indikationen (z.B. Kopf- und Rückenschmerzen, Inkontinenz, Hypertonie, Angststörungen, Förderung der Entspannungsfähigkeit und Stressbewältigung) insbesondere im Rahmen eines verhaltensmedizinischen Konzepts zur Anwendung kommen. Dabei zeichnet sich das Verfahren durch eine hohe Wirksamkeit (siehe z.B. Martin, A. & Rief, W. (2009) sowie gute Verträglichkeit durch kaum vorhandene Nebenwirkungen aus. Über die Entwicklung des Zielgruppenkonzepts „Biofeedbackbehandlung als zusätzliches verhaltenstherapeutisches Angebot zur Unterstützung der Standardbehandlung“ der MEDIAN Kliniken Daun Am Rosenberg sollen diese positiven Aspekte zur Förderung des Behandlungserfolgs von Rehabilitationsmaßnahmen nutzbar gemacht werden. Das übergreifende Hauptziel besteht dabei in der Wiedererlangung bzw. Festigung der Erwerbsfähigkeit. Bei Patienten mit Suchterkrankungen ist die Erlangung und Aufrechterhaltung einer Abstinenz hierbei ausschlaggebend. Biofeedback wird dabei sowohl einzeltherapeutisch als auch im Rahmen einer indikativen Gruppe zur Schmerzbewältigung eingesetzt.

Methodik:

Die allgemeine Vorstellung des Zielgruppenkonzepts soll ergänzt werden durch Fallbeispiele von Patienten, die einzeltherapeutisch mit Biofeedback behandelt wurden, um beispielsweise den Umgang mit Craving zu erleichtern und dadurch das Rückfallrisiko zu senken.

Ergebnisse:

Die Fallstudien liefern Anhaltspunkte für die Nützlichkeit von Biofeedback zur Förderung der Entspannungsfähigkeit und Regulation von Craving. Darüber hinaus ist eine Stärkung der Selbstwirksamkeitserwartung durch die unmittelbare Rückmeldung von Veränderungen und Erfolgen an den Patienten zu diskutieren.

Schlussfolgerung:

Die Kasuistiken ermutigen durch eine hohe Akzeptanz der Biofeedbackbehandlung durch die Patienten und liefern erste Hinweise auf eine dadurch eventuell mögliche Verbesserung des Rehabilitationsergebnisses. Dies sollte in der Zukunft durch eine Studie mit einer größeren Stichprobe sowie einer Vergleichsgruppe und unter Einbezug von katamnestischen Daten weiter geprüft werden.