Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604654
Symposien
S-39 Gaming and Gambling – Neue Entwicklungen und diagnostische Möglichkeiten
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zur Differenzierung der Behandlungsangebote in der stationären Rehabilitation pathologischer Glücksspieler

P Missel
1  MEDIAN Kliniken Daun
,
D Bingel-Schmitz
1  MEDIAN Kliniken Daun
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
08. August 2017 (online)

 

Einleitung:

Die Deutsche Suchthilfestatistik 2015 für stationäre Einrichtungen (Braun, Brand, Künzel, 2015) weist 2111 Einzeldiagnosen und 1040 Hauptdiagnosen für Glücksspieler in 189 stationären Einrichtungen aus. Eine Auswahl stationärer Einrichtungen, die sowohl Suchtfachkliniken als auch psychosomatische Fachkliniken und entsprechende Abteilungen einbezieht, beziffert die Anzahl behandelter Spieler 2015 auf insgesamt 2432 Personen (vgl. DHS Jahrbuch Sucht, 2017). Es stellt sich die Frage, ob im Rahmen der stationären Rehabilitation behandelte Glücksspieler auch differentiell einzelnen Behandlungsmodulen zugewiesen werden sollen.

Methodik:

Im Rahmen der Gespräche der Suchtfachverbände mit der Deutschen Rentenversicherung in den Jahren 2015 und 2016 wurde die Frage der differentiellen Zuweisung für die so genannten Behandlungsindikationen A, B, C und D intensiv diskutiert. Hierbei geht es primär um die Zuweisung in Abteilungen bzw. Suchtfachkliniken für pathologische Glücksspieler mit begleitender stoffgebundener Abhängigkeit bzw. spezifischen ‚Persönlichkeitsprofilen‘, oder die Zuweisung in psychosomatische Einrichtungen bei komorbider, beispielsweise depressiver Störung, oder sonstigen psychosomatischen Erkrankungen. In diesem Zusammenhang wurden u.a. durch den Fachverband Sucht e.V. und die Referenten vorläufige Indikationskriterien als Hinweise entwickelt. Diese sollen in dem Beitrag vorgestellt werden. Ergänzend werden die differentiellen Behandlungsangebote der MEDIAN Kliniken Daun für pathologischer Glücksspieler exemplarisch für stationäre Einrichtungen expliziert, z.B. pathologisches Glücksspiel und Drogenabhängigkeit, pathologisches Glücksspiel bei russischsprachigen Aussiedlern, pathologisches Glücksspiel bei Personen mit türkischem Migrationshintergrund, pathologische Glücksspieler mit komorbider stoffgebundener Abhängigkeit, pathologische Glücksspieler in Suchtfachabteilungen bzw. psychosomatischen Abteilungen.

Ergebnisse/Schlussfolgerung:

Die stationäre Behandlung pathologischer Glücksspieler bedarf differentieller Behandlungsangebote sowie differentieller Hinweise für eine fachgerechte Zuweisung entsprechender Klientel.