Zeitschrift für Phytotherapie 2017; 38(S 01): S1-S44
DOI: 10.1055/s-0037-1607161
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Bikaverin aus Fusarium vasinfectum als CK2-Inhibitor – Entwicklung neuer Krebstherapeutika

S Haidar
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, PharmaCampus, Münster, Deutschland
,
D Aichele
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, PharmaCampus, Münster, Deutschland
,
J Hielscher
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, PharmaCampus, Münster, Deutschland
,
J Jose
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, PharmaCampus, Münster, Deutschland
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Publication Date:
27 September 2017 (online)

 

Die Proteinkinase CK2 ist bei einer Reihe von Krebserkrankungen überexprimiert, was die Tumorzellen vor Apoptose, dem programmierten Zelltod, schützt. Inhibitoren der CK2 befinden sich derzeit in klinischen Studien zur Untersuchung der Anwendbarkeit als Krebstherapeutikum [1]. Wir berichteten kürzlich über die Entwicklung eines strukturbasierten Pharmacophor-Modells auf Grundlage von CK2-Inhibitoren mit einer Indeno[1,2-b]indol-Grundstruktur [2]. Dieses Modell wurde anschließend genutzt, um in der ZINC-Datenbank [3] nach potentiellen CK2-Inhibitoren zu suchen. Dabei wurde Bikaverin (Abb. 1) als möglicher Kandidat identifiziert. Bikaverin ist ein rötliches Pigment und wurde zuerst aus Fusarium vasinfectum, einem pflanzenpathogenen Pilz, isoliert. Eine antibiotische und antitumorale Aktivität dieses Naturstoffes war bereits gezeigt worden. Hier beschreiben wir zum ersten Mal Bikaverin als CK2-Inhibitor mit einem IC50-Wert von 1,24µM. Weiterhin wurde der Einfluss von Bikaverin auf die Viabilität von Brustkrebszellen MCF-7 mittels MTT-Test und auf die Proliferation mittels EdU-Test untersucht. Die Viabilität wurde durch Behandlung der Zellen mit 1µM Bikaverin für 24 h um 50% reduziert. Durch die Behandlung der Zellen mit 5µM Bikaverin konnte die Zellproliferation vollständig gehemmt werden. Dies zeigt die Eignung dieses Pharmacophor-Modells zur Identifizierung bereits bekannter Substanzen als neue potente Inhibitoren der Proteinkinase CK2.

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Abb. 1: Chemische Struktur von Bikaverin (6,11-dihydroxy-3,8-dimethoxy1-methylbenzo[b]xanthen-7,10,12-trion).

Literatur:

[1] Trembley JH et al. BioFactors 2010; 36: 187 – 195

[2] Haidar S. et al. Pharmaceuticals 2017; 10(1). doi: 10.3390/ph10010008

[3] Irwin JJ et al. J Chem Inf Model 2012; 52: 1757 – 1768