Adipositas - Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie 2017; 11(03): 140-145
DOI: 10.1055/s-0037-1618965
Originalarbeit
Schattauer GmbH

Süßgetränke und Körpergewicht: Zusammenhänge und Interventionsmöglichkeiten

Sugar-sweetened beverages and body weight: Associations and options for intervention
P. v. Philipsborn
1  Fakultät für Medizin, Technische Universität München, München
6  Junges Netzwerk des Kompetenznetzes Adipositas
,
C. Hauck
2  Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen
6  Junges Netzwerk des Kompetenznetzes Adipositas
,
J. Gatzemeier
3  Department for Psychology, Swansea University, Swansea, UK
6  Junges Netzwerk des Kompetenznetzes Adipositas
,
B. Landsberg*
4  Bereich Experimentelle Pädiatrie mit Schwerpunkt Stoffwechselstörungen, Arbeitsgruppe Molekulare Ernährung, Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf
6  Junges Netzwerk des Kompetenznetzes Adipositas
,
C. Holzapfel*
5  Institut für Ernährungsmedizin, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München
6  Junges Netzwerk des Kompetenznetzes Adipositas
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Publication History

Publication Date:
03 February 2018 (online)

Zusammenfassung

Süßgetränke erfahren eine große wissenschaftliche und politische Aufmerksamkeit. Ihr Konsum ist in vielen Ländern in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. In Deutschland hat sich der Absatz zwischen 1970 und 2010 mehr als verdoppelt. Es gibt gute Evidenz dafür, dass ein regelmäßiger Konsum von Süßgetränken eine Gewichtszunahme fördert, wofür physiologische und psychologische Faktoren verantwortlich gemacht werden. In Beobachtungsstudien wurde zudem eine Assoziation zwischen regelmäßigem Süßgetränkekonsum und dem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, kardiovaskuläre Erkrankungen und Karies festgestellt. Angesichts der nachweislich negativen gesundheitlichen Auswirkungen werden diverse Interventionsmöglichkeiten diskutiert. Hier sind insbesondere Steuern, Werbebeschränkungen und Veränderungen des Getränkeangebots in Schulen und Kindergärten zu nennen, welche in vielen Ländern bereits umgesetzt oder beschlossen wurden. In Deutschland konnten entsprechende Maßnahmen trotz des im internationalen Vergleich hohen Süßgetränkekonsums bislang noch nicht verwirklicht werden.

Summary

Sugar-sweetened beverages receive increasing scientific and political attention. During the past decades consumption of sugar-sweetened beverages has increased considerably. In Germany, sales have more than doubled between 1970 und 2010. There is strong evidence that regular consumption of sugar-sweetened beverages leads to weight gain, which may be due to specific physiological and psychological mechanisms. Moreover, observational studies show correlations between sugar-sweetened beverage consumption and the risk for diabetes mellitus type 2, cardiovascular disease and dental caries. Due to the proven adverse health effects of regular consumption of sugar-sweetened beverages diverse interventions have been proposed, including taxes, marketing restrictions and changes to beverage policies in schools and preschools. While sugar-sweetened beverage consumption is high in Germany by international comparison effective population-level interventions have not yet been implemented.

* Geteilte Letztautorenschaft