Nuklearmedizin 1981; 20(03): 95-101
DOI: 10.1055/s-0037-1620724
Originalarbeiten – Original Articles
Schattauer GmbH

Nichtinvasive Untersuchungsverfahren in der Kardiologie

Non-Invasive Methods of Investigative Cardiology
H. Just
1  Aus der Medizinischen Universitätsklinik (Direktor: Prof. H. Just), Innere Medizin III, Kardiologie, Freiburg, Bundesrepublik Deutschland
,
H. Löllgen
1  Aus der Medizinischen Universitätsklinik (Direktor: Prof. H. Just), Innere Medizin III, Kardiologie, Freiburg, Bundesrepublik Deutschland
,
T. Bonzel
1  Aus der Medizinischen Universitätsklinik (Direktor: Prof. H. Just), Innere Medizin III, Kardiologie, Freiburg, Bundesrepublik Deutschland
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Publication History

Eingegangen: 27 June 1980

Publication Date:
10 January 2018 (online)

Die nicht-invasive Erfassung der Größe des Herzens und der einzelnen Herzkammern benutzt unterschiedliche Methoden, deren Ergebnisse durchaus unterschiedlich zu bewerten sind. Die Gesamtherzgröße kann röntgenologisch mit der 2-Ebenen-Herzvolumenbestimmung erfaßt werden. Diese korreliert jedoch nicht zuverlässig mit der Größe der einzelnen Herzkammern. Auch mit der Echokardiographie kann die Kammergröße nicht immer verläßlich bestimmt werden, vor allem nicht unter krankhaften Bedingungen. Wohl aber liefert diese Technik gute Ergebnisse bei der Bestimmung der Kammerwanddicke. Bisher sind jedoch sichere Hochrechnungen auf das Herzkammergewicht bzw. die Muskelmasse der linken Herzkammer nicht hinreichend genau. EKG und Vektorkardiographie sind allgemein nur als bestenfalls halbquantitative Methoden zur Erfassung von Hypertrophie und gar nicht zur Erkennung der Kammervolumina geeignet. Neuere, rechner-gestützte Techniken erlauben aber aus dem orthogonalen Frank-Ableitungssystem für bestimmte Fälle recht zuverlässige Abschätzungen der Muskelmasse des hypertrophierten linken Ventrikels. Eine derartige Technik wird besprochen. Regionale Kontraktionsstörungen und Störungen der myokardialen Kontraktilität insgesamt sind nicht-invasiv nur relativ ungenau zu erfassen. Die Kymographie erkennt nur die seitliche Wandpartie. Die Echokardiographie erfaßt auch bei guter 2-dimensionaler Technik nur selten die Region der Herzspitze. Systolische Zeitintervalle und Radionuklid-minimale Transitzeiten sind von begrenzter Aussage geblieben. Über den Wert der EKG-gesteuerten Computertomographie können heute noch keine sicheren Aussagen gemacht werden. Zur Zeit ist den nuklearmedizinischen Verfahren der Herzbinnenraum- und der Myokardszintigraphie eine besondere Entwicklungsmöglichkeit zuzumessen.

Non-invasive assessment of heart and chamber size employs various techniques which yield different information. Overall size as estimated by biplane chest roentgenogram in the upright or - better - supine position is a valuable quantitative method. Correlation with individual chamber size is, however, only fair. Information on wall thickness can currently be obtained only by ultrasound echocardiography. ECG and vectorcardiography as a means for determining ventricular hypertrophy have remained semi-quantitative techniques, but can probably be developed into more quantitative information by means of computer analysis. A method of predicting left ventricular muscle mass using the Frank orthogonal lead system is described. Regional disorders of contraction and contractility have been difficult to assess non-invasively. Kymographie techniques describe only motion of the lateral wall. Ultrasound techniques, even using a two-dimensional approach, rarely include the ventricular apical region. Systolic time intervals and radionuclide minimal transit times have remained of limited importance. The value of ECG-gated computertomography cannot be assessed as yet. The greatest promise can be expected from radionuclide techniques with gated blood pool scanning and myocardial scintigraphic techniques.