Nervenheilkunde 2011; 30(09): 691-696
DOI: 10.1055/s-0038-1628413
Update Neurologie
Schattauer GmbH

Demenzbehandlung

Neue EntwicklungenTreatment of dementiaRecent developments
T. Supprian
1  Abteilung Gerontopsychiatrie, LVR-Klinikum Düsseldorf, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Medizinische Fakultät
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Eingegangen am: 01. April 2011

angenommen am: 19. April 2011

Publikationsdatum:
23. Januar 2018 (online)

Zusammenfassung

Die S3-Leitlinie „Demenz” der DGPPN/DGN bietet Orientierung in der Diagnostik und Therapie auf der Grundlage von evidenz- und konsensusbasierten Aussagen. Sie stellt in der klinischen Versorgung eine wichtige Entscheidungshilfe dar, auch wenn sich die Grundprinzipien der Diagnostik und Therapie in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verändert haben. Die Berücksichtigung von potenziell inadäquater Medikation bei älteren Menschen spielt in der Behandlung von Demenzkranken eine erhebliche Rolle und ist wichtiger Bestandteil der verbesserten Arzneimittelsicherheit. Die PRISCUS-Liste kann als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden. Ein leitlinienkonformer Einsatz der Antidementiva und enge Indikationsstellung für die Behandlung mit Neuroleptika bei psychotischen Symptomen im Verlauf einer Demenzerkrankung sind wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit in der Behandlung von Demenzpatienten. Die leichte kognitive Störung wurde in den vergangenen Jahren als Risikoprofil für die Entwicklung einer Demenz evaluiert. Allerdings zeigt sich eine jährliche Konversionsrate zur Demenz von nur ca. 5 bis 10% und ein erheblicher Prozentsatz der Betroffenen entwickelt nach längeren Beobachtungszeiträumen keine Demenz. Für dieses unscharf definierte Syndrom existieren keine Behandlungsempfehlungen, vorrangig ist die Verlaufsbeobachtung.

Summary

The recently published German guideline „S3-Leitlinie Demenz” is an evidence- and consenus-based aid for the clinician in the process of diagnosis and treatment of dementia. Although disease-modifying drugs for the treatment of Alzheimer´s dementia are not available yet, symptomatic therapy may be helpful in a significant number of subjects. Safety issues in the treatment of dementia have become increasingly important, which has led to more restrictive use of neuroleptic drugs in behavioral and psychological symptoms of dementia. The concept of mild cognitive impairment as a transient state before the development of dementia was challenged by studies showing that a significant proportion of subjects does not progress to dementia. Thus, follow-up is necessary in subjects with mild cognitive impairment an no treatment can be suggested at the moment.