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DOI: 10.1055/s-0038-1635236
GGT als präoperativer Marker zur Differentialdiagnose suspekter Adnextumore
Authors
Publication History
Publication Date:
21 March 2018 (online)
Fragestellung:
Die präoperative Unterscheidung zwischen benignen und malignen Ovarialtumoren im klinischen Alltag ist nach wie vor schwierig. Daher wird weiterhin nach neuen Biomarkern gesucht, um eine bessere und frühere Erkennung maligner Prozesse zu ermöglichen. Im Rahmen dieser Studie wurde die prädiktive Wertigkeit von prätherapeutisch bestimmter Gamma-Glutamyltransferase bei Frauen mit suspektem Adnexbefund untersucht.
Material und Methodik:
In dieser retrospektiven Datenerhebung an der Klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Medizinische Universität Wien, wurden im Zeitraum von Januar 2000 bis Dezember 2012 die GGT-Serumspiegel von 424 Patientinnen mit malignen (Borderlinetumor des Ovars [BTO]: n = 85, epitheliales Ovarialkarzinom [EOC]: n = 339) und 1811 Patientinnen mit benignen Ovarialtumoren evaluiert.
Ergebnisse:
Mediane GGT Serumwerte (Quartilabstand) von Patientinnen mit benignen Ovarialtumoren, mit BOT und mit EOC waren 15,0 U/l (11,0 – 23,0), 17,0 U/l (10,0 – 23,5), und 20,0 U/l (13,0 – 34,0), p = 0,002. Im univariaten Regressionsmodell erwies sich der GGT-Serumspiegel neben CA-125, dem Menopausenstatus und sonographischen Aspekten als unabhängiger Prädiktor für das Vorliegen eines malignen Ovarialtumors (p < 0,0001, Hazard ratio 1,8, Konfidenzintervall 1,5 – 2,3). Sensitivität und Spezifität waren 54,5% und 60,5%. Der negative und positive Vorhersagewert für GGT war 85,0% und 24,4%. GGT konnte nicht die in der präoperartiven Differentialdiagnose von unklaren Adnexbefunden etablierten Mittel wie CA-125 und/oder der transvaginale Ultraschall übertreffen. Die Kombination aus CA-125 und GGT resultierte in einer „Number needed to treat“ von 2,72.
Diskussion und Schlussfolgerung:
Im Rahmen dieser Studie konnten gezeigt werden, dass erhöhte GGT Werte mit dem Vorliegen eines malignen Ovarialtumors assoziiert sind. GGT könnte in der Kombination mit bereits etablierten diagnostischen Markern in der Differentialdiagnose von unklaren Adnexbefunden verwendet werden.
