CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S210
DOI: 10.1055/s-0038-1640438
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zielorientierte Anwendung sprachaudiometrischer Verfahren: Bewertung der aktuellen Publikationsqualität

S Lailach
1  HNO-Universitätsklinik Dresden, Dresden
,
J Morgenstern
1  HNO-Universitätsklinik Dresden, Dresden
,
T Zahnert
1  HNO-Universitätsklinik Dresden, Dresden
,
M Neudert
1  HNO-Universitätsklinik Dresden, Dresden
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Neben der Reintonaudiometrie als Standard zur Bewertung von Hörerfolgen, sind sprachaudiometrische Parameter unabdingbar, um Rückschlüsse auf das Sprachverstehen zu ziehen. Aufgrund der internationalen Diversität sprachaudiometrischer Testungen gab es Bestrebungen der AAO-HNS eine Vereinheitlichung der sprachaudiometrischen Zielparameter zu erzielen (Gurgel 2012), wobei das prozentuale Sprachverstehen (WRS) bei 40 dB über der individuellen Sprachverstehensschwelle als Outcomeparameter definiert wurde.

Methoden:

Alle deutsch-/englischsprachigen Publikationen der Jahre 2012 bis 2016, die als Outcomeparameter nach Interventionen (implantierbare Hörsysteme, Tympanoplastik, Stapesplastik, Hörsturztherapie, Vestibularisschwannome) sprachaudiometrische Daten beinhalteten, wurden hinsichtlich des Messverfahrens und der Dokumentation der Studienendpunkte ausgewertet.

Ergebnisse:

Es wurden 279 Interventionsstudien mit sprachaudiometrischen Zielparametern bewertet. Neben der Diversität des Testmaterials stellt sich bei der Wahl des Sprachpegels eine weite Variabilität dar. Während in 40% der Studien zu implantierbaren Hörsystemen der WRS bei einem Pegel von 65 dB als Endpunkt angeführt wird, ist die Wahl des audiometrischen Verfahrens (Testmaterial und Sprachschallpegel) bei der Therapie von Vestibularisschwannomen oder Hörstürzen nur in 15% bzw. 30% der Studien überhaupt dokumentiert.

Schlussfolgerung:

Trotz Festlegung eines Minimalstandards weisen Publikationen eine Heterogenität der Testverfahren sowie der dargebotenen Sprachschallpegel auf. Neben der Vereinheitlichung des Bewertungssystems zur Erfassung des Sprachverstehens ist eine strikte Beachtung eines minimalen Berichtsstandards im Peer-Reviewprozess erforderlich, um eine gute Studienqualität zu erreichen.