CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S261
DOI: 10.1055/s-0038-1640616
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Langzeitergebnisse und Änderung der Lebensqualität nach Tenotomie des M. stapedius und M. tensor tympani bei Patienten mit Morbus Menière

T Skevas
1  Klinik für HNO-Heilkunde der St. Anna Klinik, Wuppertal
,
M Schleining
1  Klinik für HNO-Heilkunde der St. Anna Klinik, Wuppertal
,
G Lehnerdt
1  Klinik für HNO-Heilkunde der St. Anna Klinik, Wuppertal
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Tenotomie des M. stapedius sowie des M. tensor tympani stellt eine neue Therapiemodalität zur Behandlung von Patienten mit Morbus Menière dar, bei denen die Erkrankung gegenüber konservativen Maßnahmen refraktär ist.

Methoden:

In einer retrospektiven Querschnittsstudie bei Patienten mit M. Menière bei denen eine Tenotomie ohne weitere invasivere Mittel- und Innenohreingriffe durchgeführt worden war, wurde der langfristige Erfolg dieses Eingriffs im Hinblick auf die Beschwerden und die Änderung der Lebensqualität analysiert. Postalisch verschickte Fragebögen mit allgemeinen Fragen zur Vorgeschichte sowie zu den präoperativen und aktuellen Beschwerden wurden ausgefüllt. Lebensqualitätsmessungen erfolgten mit dem Glasgow Benefit Inventory (GBI) und dem Dizziness Handicap Inventory in der deutschen Version (DHI-G), sowohl für den präoperativen als auch für den jetzigen Zustand.

Ergebnisse:

Die Tenotomien wurden im Zeitraum von 2013 bis 2016 durchgeführt. Auf die versandten Fragebögen haben 10 von 14 Patienten geantwortet. Das mittlere Follow-up betrug 23 Monate. In diesem Nachbeobachtungszeitraum kam es bei 90% zu einer eindeutigen Reduktion der Vertigo-Attacken. Die mittlere Innenohrkomponente der betroffenen Ohren verschlechterte sich weiterhin bei 6 von 10 Patienten. Der postoperative DHI-G Total Score und der Gesamtnutzen im GBI wiesen bis auf 2 Patienten eine deutliche Besserung auf.

Schlussfolgerungen:

Die Tenotomie ist laut unseren Ergebnissen durch ein niedriges Risikoprofil und eine hohe Erfolgsrate gekennzeichnet, im Hinblick auf die Reduktion der Schwindelattacken und die Besserung, sowohl der krankheitsspezifischen als auch der allgemeinen Lebensqualität bei Patienten mit M. Menière.