CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S267
DOI: 10.1055/s-0038-1640638
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erfahrungen aus 10 Jahren translabyrinthärer Akustikusneurinomexstirpation mit Hörrehabilitation durch simultane Cochleaimplantation

J Taeger
1  Uniklinikum Würzburg, HNO, Würzburg
,
K Rak
1  Uniklinikum Würzburg, HNO, Würzburg
,
M Scheich
1  Uniklinikum Würzburg, HNO, Würzburg
,
W Shehata-Dieler
1  Uniklinikum Würzburg, HNO, Würzburg
,
R Hagen
1  Uniklinikum Würzburg, HNO, Würzburg
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Ertaubung ist ein mögliches Symptom bei Vorliegen eines Akustikusneurinoms. Eine Möglichkeit der Hörrehabilitation bei den betroffenen Patienten stellt die Versorgung mit einem Cochleaimplantat (CI) dar. Hierbei stellt sich unter anderem die Frage, wie die audiologischen Ergebnisse nach operativer Therapie und simultaner Cochleaimplantation ausfallen.

Material & Methoden:

Es wurde eine retrospektive Datenbankanalyse über den Zeitraum ab 2007 durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten mit einem diagnostizierten Akustikusneurinom, bei denen im Rahmen der operativen Sanierung ipsilateral eine simultane Cochleaimplantation in der HNO-Universitätsklinik Würzburg durchgeführt wurde.

Ergebnisse:

Fünf Patienten mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren zum OP-Zeitpunkt entsprachen den Einschlusskriterien. Das Tumorstadium lag in drei Fällen bei T1, in zwei Fällen bei T2. Alle Patienten erhielten eine translabyrinthäre Akustikusneurinomexstirpation mit simultaner CI-Implantation. Hiervon hatte ein Patient keinen Höreindruck über das CI, zwei erzielten ein zufriedenstellendes Sprachverständnis und zwei befanden sich noch in der frühen Hörrehabilitation. In den cMRT-Kontrollen, die bislang von drei Patienten durchgeführt wurden, zeigten sich deutliche, CI-bedingte Artefakte. Hierbei ergab sich bei eingeschränkter Beurteilbarkeit jeweils kein Anhalt für ein Tumorrezidiv.

Diskussion:

Die simultane Versorgung mit einem CI im Rahmen der translabyrinthären Akustikusneurinomexstirpation kann eine zufriedenstellende Option zur Hörrehabilitation sein. Die eingeschränkte Möglichkeit der MRT-Nachsorge nach Cochleaimplantation sollte bei der präoperativen Beratung betroffener Patienten miteinbezogen werden.