CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S270-S271
DOI: 10.1055/s-0038-1640650
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wirkt EGb 761® präventiv gegen lärmbedingte Hörschäden? Ergebnisse einer randomisierten prospektiven Placebo-kontrollierten Doppel-Blindstudie

M Tisch
1  HNO Klinik Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
,
A Schweikert
2  Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
,
S Schramm
2  Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
,
G Mühlmeier
2  Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
› Author Affiliations
Schwabe Pharma Deutschland
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

EGb 761® wird seit vielen Jahren in der Behandlung akuter und chronischer Innenohrschäden eingesetzt. Aus Tierversuchen gibt es valide Hinweise, dass EGb 761® in der Lage ist, präventiv lärminduzierte Hörschäden zu verringern oder gar zu vermeiden. Ziel der durchgeführten klinischen Studie (EGb 761® 100, Placebo 102) war es, im Rahmen eines Lärmexperiments (beidseits 5 Minuten 110 dB Breitbandrauschen) zu untersuchen, ob dies auch beim Menschen zutrifft.

Untersucht wurde der mittlere Anstieg der Hörschwelle. Desweiteren wurden in diesem Messzeitraum die Veränderungen der TEOAEs, die kontralaterale Suppression und die Veränderung der DPOAEs einschließlich Wachstumsfunktion erfasst.

Nach Lärmexposition zeigte sich in der EGb 761® Gruppe ein mittlerer Anstieg der Hörschwelle um 9,9 dB verglichen zu 10,3 dB in der Placebogruppe. Dies war statistisch nicht signifikant (p = 0,5923).

Die DPOAE-Wachstumsfunktionen war vor Lärmexposition bei beiden Gruppen vergleichbar. Nach der Lärmexposition zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen (ANCOVA p = 0.0104). Die Steigung der Wachstumsfunktion in der Verumgruppe war signifikant geringer, als in der Placebogruppe.

Der Nachweis, dass EGb 761® die Hörschwelle bei Lärmexposition direkt positiv beeinflusst, konnte nicht erbracht werden. Der signifikante Unterschied in der DPOAE-Wachstumsfunktion ist jedoch wahrscheinlich ein Hinweis für das protektive Potential von EGb761®, insbesondere bei deutlich höheren Lärmpegeln (siehe auch die Ergebnisse aus den Tierversuchen), die naturgemäß in einer Studie an Testpersonen wegen des Risikos dauerhafter Hörschäden nicht verwendet werden können.