CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S283
DOI: 10.1055/s-0038-1640692
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sprachverstehen und Richtungshören bei uni- und bilateraler Versorgung mit einem non-invasiven Knochenleitungshörsystem

W Wimmer
1  Universitätsklinik HNO, Inselspital Bern, Bern, Schweiz
,
T Gawliczek
2  Hearing Research Laboratory, Universität Bern, Bern, Schweiz
,
L Anschütz
1  Universitätsklinik HNO, Inselspital Bern, Bern, Schweiz
,
M Caversaccio
1  Universitätsklinik HNO, Inselspital Bern, Bern, Schweiz
,
M Kompis
1  Universitätsklinik HNO, Inselspital Bern, Bern, Schweiz
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Ziel dieser Studie war, den audiologischen Nutzen eines neuen non-invasiven Knochenleitungshörsystems (ADHEAR, Med-El, Österreich) bei Normalhörenden mit einer simulierten bilateralen Schalleitungsschwerhörigkeit zu evaluieren.

Methoden:

Es wurden 15 normalhörende Probanden (KL und LL Schwellen ≤15 dB HL) in die Studie eingeschlossen. Beide Ohren wurden verschlossen um eine Schalleitungsschwerhörigkeit zu simulieren (durchschnittliche PTA von 49 dB HL im Freifeld). Das Sprachverstehen im Störlärm wurde mittels OLSA gemessen. Der Störlärm wurde von 0, 90, 180, und 270 ° abgespielt und die Sprache wurde von vorne, der Seite des ersten ADHEAR und von der Seite kontralateral zum ersten ADHEAR abgespielt. Das Richtungshörvermögen wurde mittels 12 im horizontalen Kreis angeordneten Lautsprechern gemessen.

Ergebnisse:

Die Versorgung mittels ADHEAR führte zu einer Verbesserung der Freifeldhörschwellen um 25 dB im unilateralen und 27 dB im bilateralen Fall. In der Situation mit Sprache von vorne wurde die Sprachverständlichkeitsschwelle (SVS) um 3.6 dB im unilateralen und um 4.5 dB im bilateralen Fall verbessert. Wenn Sprache von der ipsilateralen Seite abgespielt wurde, konnte die SVS um 4.0 dB (unilateral) bzw. 3.8 dB (bilateral) verbessert werden. Wurde die Sprache von der kontralateralen Seite abgespielt, verschlechterte sich bei der unilateralen Versorgung die SVS um 0.6 dB. Eine bilaterale Versorgung führte zu einer Verbesserung um 3.7 dB. Der durchschnittliche absolute Lokalisationsfehler verbesserte sich von 81 ° in der unilateralen Situation auf 47 ° bei bilateraler Versorgung.

Schlussfolgerungen:

Das neue non-invasive Knochenleitungshörsystem liefert einen audiologischen Nutzen der mit dem Nutzen herkömmlicher Alternativen vergleichbar ist.