CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S315
DOI: 10.1055/s-0038-1640806
Abstracts
Plastische Chirurgie: Plastic Surgery

Erfahrungen mit Medpor-Implantaten zur Ohrmuschelrekonstruktion

A Weinberg
1   Prosper-Hospital, Klinik für HNO-Heilkunde, Recklinghausen
,
R Magritz
2   Prosper-Hospital, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-und Halschirurgie, Recklinghausen
,
R Siegert
2   Prosper-Hospital, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-und Halschirurgie, Recklinghausen
› Institutsangaben
 

Einleitung:

Die Rekonstruktion von Ohrmuschelfehlbildungen und/oder Ohrmuscheldefekten kann durch autologen Rippenknorpel oder alloplastische Implantate wie z.B. Medpor erfolgen. Diese retrospektive Studie untersucht die Komplikationen nach Medpor-Implantation.

Methoden:

Es wurde die Anzahl der in unserer Klinik mit Medpor-Implantaten und gestielten temporo-parietalen Faszienlappen durchgeführten Ohrmuschelrekonstruktionen erhoben und hinsichtlich der Operationsergebnisse ausgewertet.

Ergebnisse:

In unserer Klinik wurden in den Jahren 2006 bis 2017 bei 20 Patienten Medpor-Implantate zur Ohrmuschelrekonstruktion, insbesondere nach komplexen Traumata und bei alio loco voroperierten Patienten, verwendet. Ein gestielter temporo-parietaler Faszienlappen kam hierbei grundsätzlich zur Abdeckung des Implantates zum Einsatz.

15 der 20 Patienten waren männlich, 5 waren weiblich.

17 Patienten hatten eine Mikrotie Grad. III, assoziiert mit einer ipsilateralen GG-Atresie. 3 Patienten hatten eine traumatische Ohrmuschelamputation.

Bei 10 von insgesamt 20 Patienten mussten die Medpor-Implantate aufgrund von Wundheilungsstörungen durchschnittlich nach 3 Jahren, maximal nach 11 Jahren, explantiert und entweder durch Rippenknorpel oder Epithesen ersetzt werden.

Schlussfolgerungen:

Obwohl wir uns konsequent an die chirurgischen Empfehlungen von Reinisch u.a. gehalten und die Alloplasten konsequent mit gestielten Temporalisfaszien und Hauttransplantaten abgedeckt haben, mussten wir 50% der Implantate wieder explantieren. Aus unserer Sicht muss daher die Indikation zur Verwendung von Medpor-Implantaten zur Ohrmuschelrekonstruktion sehr kritisch im Vergleich zu autologen Rekonstruktionen und epithetischen Versorgungen bewertet werden.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. April 2018 (online)

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