Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 91
DOI: 10.1055/s-0038-1671020
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Gynäkologische Onkologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

10-Jahres-Überlebensrate und Geburtsoutcomes bei Schwangerschafts-assoziiertem Brustkrebs

E Simoes
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
2  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Forschungsinstitut für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
3  Stabstelle Sozialmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, Deutschland
,
J Graf
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
2  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Forschungsinstitut für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
4  Universität Tübingen, Medizinische Fakultät, Bereich Studium und Lehre, Tübingen, Deutschland
,
AN Sokolov
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
2  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Forschungsinstitut für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
EM Grischke
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
AD Hartkopf
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
M Hahn
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
M Weiss
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
H Abele
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
H Seeger
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
SY Brucker
1  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
2  Universitätsklinikum Tübingen, Department für Frauengesundheit, Forschungsinstitut für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Schwangerschafts-assoziierter Brustkrebs ist aufgrund des ansteigenden Schwangerschaftsalters von wachsender epidemiologischer Bedeutung und gilt als die zweithäufigste maligne Erkrankung in der Schwangerschaft. Der Wissenstand hinsichtlich der Überlebenswahrscheinlichkeiten ist jedoch gering und uneinheitlich. Ziel der vorliegenden retrospektiven Untersuchung ist daher die Darstellung der 10-Jahres-Überlebensrate dieser Brustkrebspatientinnen, die an einem Universitätszentrum behandelt wurden, in Bezug auf den Zeitpunkt der Brustkrebs-Diagnose (vor, während und nach der Schwangerschaft) sowie die Analyse der Geburtsoutcomes.

Material und Methoden:

Die Daten von insgesamt 25 an der Universitätsfrauenklinik in Tübingen behandelten Patientinnen mit einer durch Brustkrebs komplizierten Schwangerschaft wurden für den Zeitraum 2000 bis 2009 in Bezug auf die neonatalen Outcome-Parameter und das Gesamtüberleben in jährlichen Abständen bis zu einem Maximum von zehn Jahren analysiert.

Ergebnisse:

Die mütterliche Überlebensrate im Gesamtkollektiv betrug nach 5 Jahren 76% und nach 10 Jahren 68%. Die Neugeborenen waren gesund, 22% von ihnen zeigten einen 1'Apgar-Score von 5 – 7, keines der Kinder hatte Untergewicht (SGA) 53% waren Frühgeburten. Für Patientinnen, die während der Schwangerschaft oder kurz nach der Entbindung die Diagnose erhielten, bestand eine signifikant niedrigere 5-Jahres- und 10-Jahre-Überlebensrate im Vergleich zu Patientinnen der entsprechenden Altersgruppe aus der Nationalen Brustkrebs-Kohorte.

Zusammenfassung:

Die vorliegenden Ergebnisse zu Überlebensraten legen nahe, dass die medizinische Untersuchung der Mutter zu Beginn und im weiteren Verlauf der Schwangerschaft eine gründliches Assessment der Brust umfassen sollte, um Schwangerschafts-assoziiertem Brustkrebs möglichst frühzeitig identifizieren zu können. Die Vermittlung spezieller Kompetenzen zu solchen Risikoschwangerschaften an der Schnittstelle zur onkologischen Versorgung sollte als obligatorischer Bestandteil der akademischen medizinischen Ausbildung betrachtet werden.